BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

NEU

Neue Genanalyse bringt überraschende Ergebnisse | BR24

© Stefano Ricci

So könnte einer unserer Vorfahren ausgesehen haben.

Per Mail sharen

    Neue Genanalyse bringt überraschende Ergebnisse

    Ab wann lebten unsere direkten Vorfahren in Europa? Um das zu beantworten, haben Forscher Genmaterial aus Jahrtausenden alten Menschenskeletten untersucht. Das Ergebnis: Unsere Vergangenheit war bewegter als gedacht. Von Jenny von Sperber

    Per Mail sharen

    Die ersten modernen Menschen kamen vor rund 45.000 Jahren aus Afrika nach Europa und besiedelten langsam den Kontinent. Bislang glaubte man, dass diese Ur-Europäer unsere direkten Vorfahren sind. Das haben nun Forscher der Max-Planck-Institute in Jena und Leipzig in Zusammenarbeit mit der Universität Harvard widerlegt.

    Vorfahren jünger als gedacht

    Gen-Untersuchungen haben gezeigt: Unsere direkten Vorfahren sind erst vor etwa 37.000 Jahren aufgetaucht. Die ältere Bevölkerung ist verschwunden, sagt Svante Pääbo vom Max-Planck-Institut in Leipzig: "Wir wissen dann nicht, wo sie hingegangen sind. Vielleicht sind die absorbiert worden von der Neandertaler-Bevölkerung."

    Neandertaler-Gene als Wegweiser

    Der Neandertaler war auch der Schlüssel für die neuen Erkenntnisse. Über den Anteil der Neandertaler-DNA im Erbgut frühzeitlicher Menschen konnten die Wissenschaftler Bevölkerungswanderungen nachvollziehen. So fanden sie auch heraus, dass sich die Europäer während der Eiszeit vor etwa 20.000 Jahren in wärmere, südliche Gebiete zurückgezogen haben.

    Verwandtschaft im Nahen Osten

    Eine weiter Erkenntnis: Das Genmaterial der Europäer hat sich viel früher als gedacht mit dem der Menschen aus dem Nahen Osten vermischt. Bereits vor 14.000 Jahren gab es demnach den ersten Kontakt zwischen den Bevölkerungsgruppen – rund 7.000 Jahre früher, als bisher angenommen. Um genauer erklären zu können, wie es dazu kam, möchten die Forscher nun gezielt urzeitliches Genmaterial aus dem Nahen Osten untersuchen.