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Bildrechte: dpa-Bildfunk/Michael Kappeler

Bei den Demonstrationen in Berlin hatte die Polizei am Samstagabend alle Hände voll zu tun: Rund 350 Menschen wurden festgenommen.

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    "Eine bittere Bilanz": Berlin nach der Mai-Krawallnacht

    "Ich habe kein Verständnis", sagt Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller am Tag nach den 1.Mai-Demonstrationen. Die Bilanz: Läden und Fahrzeuge wurden beschädigt, Mülltonnen in Brand gesteckt. Die Polizei nahm hunderte Personen fest.

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    Von
    • Markus Wolf

    Zunächst verliefen die Proteste zum 1. Mai in Berlin friedlich, aber dann kam es am Samstagabend doch zu Ausschreitungen. Nach Polizeiangaben warfen Demonstranten Steine, Flaschen und Böller auf die Einsatzkräfte. Im Stadtteil Neukölln wurden Mülltonnen und Barrikaden in Brand gesetzt, es kam zu Sachbeschädigungen an Geschäften und Autos. Die Protestveranstaltung musste daraufhin abgebrochen werden.

    Rund 350 Festnahmen und knapp 100 verletzte Polizisten

    Wie die Berliner Polizei am Sonntag mitteilte, wurden bei den Krawallen insgesamt 354 Personen festgenommen. Die Festnahmen seien wegen schwerem Landfriedensbruch, tätlichem Angriff und gefährlicher Körperverletzung erfolgt. Zudem wurden der Polizei zufolge 93 Einsatzkräfte verletzt. Bis zu 7.600 Beamte seien im Einsatz gewesen. Vier der Beamten konnten ihren Dienst nicht fortsetzen.

    Klare Worte aus der Politik

    Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) verurteilte die Ausschreitungen "aufs Schärfste".

    "Ich habe kein Verständnis, wenn einige Gewaltbereite die angespannte und schwierige Lage ausnutzen und Polizistinnen und Polizisten angreifen, zündeln und damit auch viele friedlich demonstrierende Menschen gefährden." Michael Müller, Berlins Regierender Bürgermeister

    "Die vielen verletzten Einsatzkräfte sind eine bittere Bilanz, die mich wütend macht", sagte Müller.

    Der Berliner Innensenator Andreas Geisel (SPD) kritisierte, Gewalt gegen Polizistinnen und Polizisten "und blinde Zerstörungswut haben nichts mit politischem Protest zu tun". Der Vizechef der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Berlin, Stephan Kelm, erklärte, die Gewalttäter hätten "das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit zur Legitimation für schwerste Straftaten missbraucht".

    Bundesweit überwiegend friedliche Veranstaltungen zum 1. Mai

    Insgesamt seien die Veranstaltungen zum Tag der Arbeit mit mehreren Tausend Teilnehmern aber größtenteils ruhig verlaufen, teilte die Polizei weiter mit. Die bestehenden Auflagen wegen der Coronavirus-Pandemie seien weitgehend eingehalten worden.

    Auch in zahlreichen anderen Städten gab es am 1. Mai überwiegend friedliche Demonstrationen, es kam teilweise aber auch zu gewaltsamen Aktionen. In Hamburg versammelten sich mehrere hundert Menschen im Schanzenviertel, es wurden Böller gezündet. Die Beamten lösten die Versammlung auf, vereinzelt wurden Wasserwerfer gegen Blockierer eingesetzt.

    In Frankfurt am Main wurden Einsatzkräfte nach Polizeiangaben unter anderem durch gezielte Stöße mit Fahnenstangen und Flaschenwürfen angegriffen. Die Polizei räumte eine Versammlung unter Einsatz eines Wasserwerfers. Auch in Leipzig wurden Beamte angegriffen und Böller gezündet.

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