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Ein Jahr danach | BR24

© dpa/pa

Schloss Elmau

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    Ein Jahr danach

    Vor einem Jahr hat der umstrittene G7-Gipfel auf Schloss Elmau begonnen. Damals besuchte US-Präsidenten Obama auch den kleinen Ort Krün, ganz in der Nähe. Doch was hat der Gipfel der sieben Staatschefs bewirkt? Von Julia Binder

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    Für die einen war es der große Durchbruch, ein enormer klimapolitischer Erfolg. Für die anderen in erster Linie reine Geldverschwendung. Ein Jahr nach dem G7 Gipfel in Elmau erregt dieses Großereignis noch immer die Gemüter. Weit über 100 Millionen hat es offiziell gekostet. Für die haushaltspolitische Sprecherin der Grünen im Landtag, Claudia Stamm, ein Skandal.

    "Es darf nicht sein, dass 130 Mio. Steuergeld, Geld von allen, für ein Treffen von sieben Menschen ausgegeben wird. Es ist gut, dass sie sich treffen, miteinander reden, aber bitte nicht für 130 Mio. Da muss man wirklich wieder abrüsten, kleiner, vernünftiger werden." Claudia Stamm, Grüne in Bayern

    Kein Klimaerfolg - sagen die Grünen

    Denn politische Erfolge seien beim Gipfel in Elmau ohnehin nicht erzielt worden, zieht Claudia Stamm Bilanz: Der Ausstieg aus der Kohle sei nicht in Elmau, sondern schon 2009 beschlossen worden, passiert sei seitdem aber nichts. Auch der Entscheidung, für mehr Steuergerechtigkeit und Gleichstellung zu sorgen, folgen bisher keine Taten, kritisiert die Grüne.

    Aber: Das herrliche Wetter, die friedliche Stimmung, das beeindruckende Wetterstein-Massiv und die gut gelaunten, gelösten Staatschefs – das war doch eine perfekte Werbung für den Landkreis Garmisch-Partenkirchen, freuten sich damals die Verantwortlichen. Heute muss es Sigrid Meierhofer, die Bürgermeisterin von Garmisch-Partenkirchen, allerdings etwas einschränken.

    "Wie stark das jetzt auf den Tourismus wirkt, können wir nicht genau sagen. Man kann jetzt nicht sagen, dass das nach dem Gipfel exponentiell angestiegen ist. Aber beispielsweise haben wir die Rückmeldung bekommen, dass viele Polizisten mit ihren Familien hier Urlaub gemacht haben, denen es hier einfach sehr gut gefallen hat." Sigrid Meierhofer, die Bürgermeisterin von Garmisch-Partenkirchen

    Für alle, die damals nicht dabei sein konnten, bietet die Alpenwelt Karwendel Themenführungen auf den Spuren des G7 Gipfels an. Das geplante G7 Museum hat die Gemeinde bis heute allerdings nicht eingerichtet. Profitiert haben die Ortschaften rund um Elmau, da sind sich alle einig. Denn für sie standen plötzlich Gelder zur Verfügung, die es ohne den Gipfel nie gegeben hätte.