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Ebay: Der erste virtuelle Flohmarkt der Welt wird 25 Jahre alt | BR24

© picture alliance / AP Photo

Der erste Marktplatz im Internet: Ebay wird 25

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    Ebay: Der erste virtuelle Flohmarkt der Welt wird 25 Jahre alt

    Auf Ebay wurde der Golf von Papst Benedikt verkauft, der Staat Neuseeland stand zum Angebot, die Kleinanzeigen bringen Menschen zusammen. Nun wird der Onlinehandelsplatz 25 Jahre alt. Er hat neue Konkurrenten - aber Corona hilft dem Geschäft.

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    Die ungetragene Jeans, die man nie anhatte verkaufen, seltene Designermöbel suchen - oder einfach mal auf dem größten virtuellen Flohmarkt der Welt bummeln –das ist Ebay. Was er mit seiner Idee angestoßen hatte, konnte sich Ebay-Gründer Pierre Omidyar im Jahr 1995 selbst kaum vorstellen, erzählt er bei einer Veranstaltung zum Jubiläum des Unternehmens vor fünf Jahren.

    "Eines der ersten Angebote war ein Rolls Royce aus dem Jahr 1952. Der Verkäufer hatte sich wahnsinnige Mühe mit den Bildern gegeben. Und ich dachte nur: Wer wird jemals ein Auto im Internet kaufen? Das ist verrückt." Pierre Omidyar, Ebay-Gründer

    Ebay-Gründer rechnete selbst nicht mit Erfolg

    Omidyar, damals ein Softwareingenieur, fasste das Ganze eher als eine Art Idee und Experiment auf. Er konnte selbst nicht absehen, welchen Weg Ebay für den Verkauf von Onlinewaren einnehmen würde. Wirtschaftswissenschaftler Brad Larsen von der Universität Stanford in Kalifornien betont, das Ebay einen großen Einfluss auf das Internet als Marktplatz gehabt hat.

    "Ebay war das erste große Unternehmen, das die Idee eines Peer-to-Peer-Marktplatzes wirklich zum Leben erweckte", sagt Larsen. Ohne Ebay lägen viele Waren in den Garagen der Menschen oder überschüssiges Inventar in Geschäften herum. Man nenne dies "allokative Ineffizienz" - Waren befinden sich am "falschen" Ort. Ebay habe den Weg bereitet für viele ähnliche Unternehmen, wie Airbnb oder Uber, wo Privatpersonen miteinander online handeln. "Aber Ebay war wirklich das erste Unternehmen, das dies umgesetzt hat."

    Der Golf von Papst Benedikt wurde für 190.000 Euro versteigert

    In die Schlagzeilen geriet der Konzern immer wieder durch spektakuläre oder besonders kuriose Angebote seiner Nutzer. Zum Beispiel, als der Golf des damaligen Papstes Benedikt XVI. für 190.000 Euro verkauft wurde. Ganz Neuseeland stand für kurze Zeit als Auktion im Netz, bevor Ebay das Angebot löschen ließ. Die Auktionen waren vor allem zu Beginn das, was Ebay interessant machte, ein wenig Nervenkitzel und Spannung für Käufer und Verkäufer.

    "Den Auktionen kam eine besondere Rolle zu, so konnten Verkäufer herausfinden, was eine Ware, die sonst kaum auf dem Markt zu finden ist, wert ist. Auch wenn die Auktionen in den vergangenen Jahren rückläufig sind ist es immer noch ein interessantes Mittel, um nach Rabatten zu suchen." Brad Larsen, Wirtschaftswissenschaftler

    Ebay strauchelt trotz großem Erfolg

    Doch trotz des großen Erfolgs strauchelte Ebay zwischenzeitlich. Immer mehr Onlineplattformen kamen hinzu, auf denen ebenfalls Waren von Privatpersonen angeboten wurden – der größte Konkurrent ist Amazon, der im Gegensatz zu Ebay auch eigene Waren anbietet und so mit seinen Kunden konkurriert. In den asiatischen Gefilden ist es der Onlinehändler Alibaba, gegen den Ebay ankämpfen muss. Die Folge: Stellenstreichungen. Außerdem stieß Ebay den Bezahldienst PayPal ab, um sich wieder auf das Kerngeschäft zu fokussieren. Das Unternehmen habe so durchaus Chance verpasst, so Wirtschaftswissenschaftler Larsen.

    "Das große Ding, das Amazon so erfolgreich gemacht hat ist der schnelle Versand, die Kapazitäten ihrer Lagerhäuser", sagt Larsen. Ebay hätte das Gleiche tun können – 2011 habe es sogar ein Unternehmen dazu aufgekauft und 2015 wieder verkauft. 2019 startete das Silicon-Valley-Unternehmen einen neuen Versuch – kaufte Lagerkapazitäten auf, in das sehr schnelle Versandgeschäft wolle man trotzdem nicht einsteigen, sagte 2019 der damalige Chef Deven Wenig.

    Die Corona-Pandemie hilft dem Konzern

    Zuletzt ging es eBay wieder etwas besser, der Verkauf der Kleinanzeigensparte an die norwegische Firma Adevinta spülte Geld in die Kassen. Und auch die Corona-Pandemie hilft dem Online-Konzern offenbar eher, als dass sie schadet.

    "Die physischen Läden haben zu – oder die Menschen wollen wegen der Coronaregeln wie Social Distancing lieber online einkaufen", sagft Wirtschaftswissenschaftler Larsen. Viele Verbraucher seien gerade in dieser wirtschaftlich schwierigen Situation außerdem auf Schnäppchenjagd und oft finde man online die besseren Deals.

    Acht Millionen neue Kunden im Corona-Jahr 2020

    Acht Millionen neue Kunden seien in der Pandemie dazugekommen, das gab der Konzern bei den letzten Quartalszahlen bekannt. Ein Geburtstagsgeschenk quasi, zum Fünfundzwanzigsten.

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