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BR24 Stichwort zum Earth Overshoot Day "Was ist das genau?"

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Earth Overshoot Day: Ab heute lebt die Menschheit auf Pump

Jedes Jahr findet der "Erdüberlastungstag" früher statt. 2021 haben wir die natürlichen Ressourcen, welche die Erde in einem Jahr aufbaut, mit dem heutigen Tag aufgebraucht. Im Corona-Jahr 2020 hatte es eine kurze Atempause gegeben, die ist vorbei.

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Von
  • Felix Lincke
  • BR24 Redaktion

Der Erdüberlastungstag findet 2021 fast einen Monat früher statt als im ersten Corona-Jahr 2020, als die Wirtschaft deutlich heruntergefahren worden war. Mit dem 29. Juli als Stichtag schließt der weltweite Verbrauch wieder an die Zeit vor Corona an, denn ein rechnerisch sind die natürlichen Ressourcen der Erde für 2021 ab heute erschöpft. Damit findet der Earth Overshoot Day so früh wie noch nie statt.

Bedarf an nachwachsenden Rohstoffen zu hoch

Der Earth Overshoot Day lenkt jedes Jahr das Augenmerk auf natürliche Ressourcen, die so schnell nicht nachwachsen können, wie sie jedes Jahr verlorengehen. Dafür berechnet die Organisation "Global Footprint Network" den "ökologischen Fußabdruck" einzelner Länder. Dazu wird die Biokapazität der Erde, also die Fähigkeit unseres Planeten, Ressourcen zu produzieren oder wiederherzustellen mit dem Verbrauch der Ressourcen im jeweiligen Land verrechnet. Multipliziert mit der Anzahl an Tagen im Jahr, in der Regel 365, ergibt sich dann, ab welchem Tag die Jahres-Ressourcen unserer Erde aufgebraucht sind.

Die Ressourcen der Erde, die in den "ökologischen Fußabdruck" einfließen sind: Wasser, Holz, fruchtbare Ackerböden und andere Rohstoffe. Aber auch der produzierte Müll und Abgase, insbesondere CO2, spielen für die Bilanz eine erhebliche Rolle.

Profiteur Landwirtschaft

Nachwachsende Rohstoffe wie Holz beispielsweise werden durch Abholzung immer weniger. Die Landwirtschaft profitiert von den frei werdenden Flächen. Sie setzt sie aber vor allem zur Futtermittelerzeugung für tierisches Eiweiß ein. Doch Fleisch hat eine schlechte Umwelt- und Klimabilanz, auch beim Wasserverbrach. Weniger Fleischkonsum könnte also viel bewirken, doch der steigt stattdessen stark an.

Kein Nutzen von grünen Investments

Keine positiven Auswirkungen auf Umwelt und Klimawandel scheinen bislang nachhaltige Geldanlagen und grüne Investments zu haben. Sie versprechen den Anlegern eine ökologische Alternative mit positiven Folgen, ohne auf eine Rendite verzichten zu müssen. Doch die Kriterien sind unscharf und die Vielfalt der Finanzprodukte ist inzwischen verwirrend.

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Interview mit Magdalena Senn, Referentin für Nachhaltige Investments bei der Initiative Finanzwende

German Overshoot Day bereits im Mai

Deutschland selbst macht übrigens bereits seit dem 5. Mai Schulden bei der Natur. Deutschland als Industrienation schneidet damit im globalen Vergleich schlecht ab. Die USA stehen allerdings noch schlechter da. Für sie war schon am 14. März 2021 "Overshoot Day".

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