Zurück zur Startseite
Deutschland & Welt
Zurück zur Startseite
Deutschland & Welt

E-Scooter: Das sind die Erfahrungen aus Paris, Prag und Brüssel | BR24

© picture alliance/Christian Böhmer

E-Tretroller stehen zum Mieten auf der Place du Trocadéro in Paris bereit

Per Mail sharen

    E-Scooter: Das sind die Erfahrungen aus Paris, Prag und Brüssel

    Ab Samstag sind E-Scooter auch in Deutschland erlaubt. In mehreren europäischen Nachbarländern gibt es die E-Tretroller schon länger. Welche Erfahrungen gibt es in Prag, Paris oder Brüssel?

    Per Mail sharen

    Während E-Scooter in Deutschland erst ab Samstag (15.6.19) zugelassen sind, sammeln Prag, Paris und Brüssel schon länger Erfahrungen mit den E-Tretrollern.

    In Paris gibt es zahlreiche Unfälle mit E-Scootern

    Seit einem Jahr gibt es E-Tretroller in Paris. Sie bevölkern die Straßen und verbotener Weise auch die Gehwege. Die anfängliche Euphorie hat sich gelegt. Schätzungen zufolge werden allein in der französischen Hauptstadt 20.000 Leih-Scooter angeboten. Tendenz steigend. Die Hoffnung, dass sie Paris vor dem Verkehrsinfarkt retten könnten, hat sich nicht erfüllt. Das zeigt eine aktuelle Studie. Dafür wächst bei vielen Parisern der Frust. An das Gehweg-Verbot hält sich fast niemand und die geparkten Gefährte stehen überall im Weg. Besorgt ist man wegen der zahlreichen Unfälle, bei denen es zu Beginn der Woche erstmals auch einen Toten gab. Die Bürgermeisterin von Paris, Anne Hidalgo, hat die Reißleine gezogen und neue Vorschriften erlassen. Zum Beispiel dürfen die Scooter ab jetzt nicht mehr in Parks fahren. Außerdem wird überlegt, die Höchstgeschwindigkeit in Fußgängerzonen auf 8 Stundenkilometer zu reduzieren.

    Sandra Biegger, Paris

    Der Korrespontenbericht aus Paris als Audio

    In Brüssel soll es bald eigene Parkzonen für E-Scooter geben

    In Belgien fahren die E-Tretroller schon lange. Sie sind eine beliebte Alternative zum Dauerstau und so begehrt, dass Brüssel bald Parkverbotszonen für E-Scooter einrichten will. Aber die Politik unterstützt die Gefährte ansonsten ohne Vorbehalte: Die Höchstgeschwindigkeit wurde am 1. Juni sogar deutlich heraufgesetzt. Seitdem dürfen die Roller bis zu 25 Stundenkilometer fahren. Im Moment gibt es 4.000 Miet-Roller - und wenn es nach der Stadtverwaltung geht, sollen die E-Roller bald dem Auto den Rang ablaufen.

    Die meisten Unfälle mit E-Tretrollern passieren in Brüssel nach 20 Uhr und sonntags, wenn weniger Autos unterwegs sind. Dann wird zu schnell gefahren, sagt ein Verkehrsexperte. Deshalb setzen viele Fahrer auf gute Bremsen, eine Warnweste und einen Helm mit rotem Rücklicht.

    Andreas Meyer-Feist, Brüssel

    Der Korrespondentenbericht aus Brüssel als Audio

    Nutzerzahlen von E-Tretroller in Prag steigen – Beschwerden auch

    Auch in Prag gehören E-Scooter mittlerweile zum Alltag. Seit September letzten Jahres sind die elektrischen Tretroller in der tschechischen Hauptstadt zugelassen. Die Nutzerzahlen steigen, die Beschwerden aber auch. Die meisten Fahrer halten sich nicht an die vereinbarten Regeln.

    So werden die grün-weißen Roller oft mitten im Weg abgestellt. Auch an das Verbot, auf Gehwegen zu fahren, halten sich viele nicht. Hier wird mit bis zu 25 Stundenkilometern durch die Menschenmengen geflitzt. Und in Prag kann es schon mal eng werden, wenn tausende Touristen die Stadt besichtigen. Der Leih-Scooter-Betreiber reagierte jetzt. Nutzer müssen vor dem Entsperren der Elektro-Roller die Verkehrsregeln bestätigen. Außerdem soll es mehr Abstell-Ständer und Patrouillen geben. Die Prager Polizei kann Bußgelder von bis zu 80 Euro verhängen. Dazu fehlt laut Bürgermeister aber das Personal.

    Marianne Allweiss, Prag

    Der Korrespondentenbericht aus Prag als Audio

    Mit Material von ARD-Korrespondenten