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Druck auf Deutschland beim Klimaschutz steigt | BR24

© pa / dpa / Gregor Fischer

Weltkugel mit dem Schriftzug "Climate Crisis" vor dem Brandenburger Tor.

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Druck auf Deutschland beim Klimaschutz steigt

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Einigung des Weltklimagipfels von Kattowitz begrüßt. Es sei möglich, einen "globalen Konsens" für den Klimaschutz zu erreichen. Doch Deutschland muss sich Mühe geben, um den Anforderungen zu entsprechen.

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In Kattowitz einigten sich 197 Staaten auf gemeinsame Regeln zur Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens von 2015. Die Staaten verabschiedeten insbesondere ein Regelbuch, nach dessen Vorgaben ab 2024 die Maßnahmen und Bemühungen zum Klimaschutz gemessen und miteinander verglichen werden sollen. Dann kann festgestellt werden, wer tatsächlich wie viel für den Klimaschutz tut.

Druck auf den einstigen Klima-Primus

Damit steigt auch der Druck auf Deutschland. Die Bundesrepublik nämlich war zwar vor etwa fünf Jahren noch weltweiter Umweltschutz-Vorreiter. Doch zur Zeit verpasst Deutschland die gesteckten Klimaziele und hat einigen Nachholbedarf.

Schwenkt der Wirtschaftsminister um?

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU), der auf die Rufe von Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) nach mehr Ehrgeiz bei den Klimaschutz-Zielen bisher eher zurückhaltend reagierte, hat nach Kattowitz allerdings erklärt, Deutschland brauche "einen neuen Anlauf durch Politik und Wirtschaft: Sonst versündigen wir uns an der Zukunft der jungen Generation." In der Zeit als Klima-Primus sind viele Arbeitsplätze entstanden. Daran will Altmaier nun offenbar wieder anknüpfen. Denn richtig gemacht, könne Klimaschutz positiv für die Wirtschaft sein, weil dadurch mehr Arbeitsplätze entstehen.

Schulze fordert mehr Verbindlichkeit

Schulze möchte jetzt ihrerseits ganz konkrete Ziele für den Klimaschutz in Deutschland festlegen: "Wir brauchen jetzt auch in Deutschland mehr Verbindlichkeit beim Klimaschutz, damit wir das international Zugesagte auch wirklich umsetzen", so Schulze.

Deshalb plant sie ein Klimaschutzgesetz, das zum Beispiel für Wirtschaft und Landwirtschaft "verbindlich festlegt, was sie bis wann beitragen werden". Kernziel sei dabei immer noch, den Anstieg der Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen - dafür reichten die bisherigen Anstrengungen aber nicht aus, so Schulze.

Forscher fordern fossil-freies Wirtschaften

Klimaforscher fordern unterdessen, dass die Verwendung von neuen klimafreundlichen Materialen rasch voranschreiten müsse. "Der Druck auf die Unternehmen steigt, sich fossilfrei oder zumindest fossilarm aufzustellen", sagte Ottmar Georg Edenhofer vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. Die globalen Emissionen aus fossilen Brennstoffen müssten bis 2030 halbiert werden, wenn man die 1,5-Grad-Grenze einhalten will. Fossile Brennstoffe sind etwa Öl, Gas oder Kohle.

Steinkohlebergbau endet

Dazu passend nimmt Deutschland in dieser Woche Abschied vom Steinkohlebergbau. Am Freitag werden Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker an der Schachtanlage Prosper-Haniel in Bottrop erwartet, wo nach 200 Jahren Industriegeschichte die bundesweit letzten Zechen in Bottrop und Ibbenbüren offiziell die Kohleförderung einstellen.

Geld für internationale Projekte

Und auch internationale Klimaschutzmaßnahmen will Deutschland unterstützen. Am Rande der Klimakonferenz in Kattowitz gaben das Bundesumweltministerium und das Bundesentwicklungsministerium bekannt, dass Deutschland die globale Partnerschaft zur Umsetzung der nationalen Klimabeiträge mit weiteren 68 Millionen Euro bezuschussen werde. Dabei gehen Akteure aus Industrieländern Partnerschaften mit Akteuren aus Schwellen-oder Drittweltländern ein, um Klimaschutzprojekte voranzubringen.

© BR

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Von
  • Roderik Wickert
  • BR24 Redaktion
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