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Droht Entlassung? Pfarrer baute mit Flüchtling Drogenhandel auf | BR24

© picture alliance / Lino Mirgeler/dpa

Cannabisblüten liegen in einem Glas. (Symbolbild)

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    Droht Entlassung? Pfarrer baute mit Flüchtling Drogenhandel auf

    Wegen Drogengeschäften droht einem Pfarrer aus Chemnitz die Entlassung. Der 49-Jährige war am Montag wegen Besitz und Handel von Marihuana zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt wurden. Mit dem Drogengeld wollte er Flüchtlingen helfen, so der Pfarrer.

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    Nach der Verurteilung eines Chemnitzer Pfarrers wegen Drogenhandels erwägt die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens disziplinarische Konsequenzen. Der 49-jährige Geistliche war am Montag vor dem Landgericht Chemnitz wegen Besitz und Handel von Marihuana zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

    Gemeindepfarrer droht die Entlassung

    Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Pfarrer einem Flüchtling beim Transport der Drogen half und selbst mit Marihuana gehandelt hat. Weil er bei seiner Festnahme mehrere Kilo Marihuana bei sich hatte, blieb die Strafe nicht im Zwei-Jahres-Rahmen für Bewährungen. Die Staatsanwaltschaft hatte ursprünglich sogar vier Jahre gefordert.

    Wenn es zu einer Bestätigung des Urteils vom Montag komme, dann drohe dem Gemeindepfarrer die Entlassung, sagte Landeskirchensprecher Matthias Oelke. Es würden jedoch erst die schriftliche Urteilsbegründung sowie gegebenenfalls weitere rechtliche Schritte abgewartet. Laut Landeskirchensprecher Oelke wurde gegen der Pfarrer bereits im Juni 2018 nach Bekanntwerden des Falls ein Disziplinarverfahren eingeleitet. Dieses war jedoch für die Zeit des Prozesses ausgesetzt worden.

    Pfarrer wollte mit Drogendealen Flüchtlingen helfen

    Der Geistliche hatte die Taten gestanden, aber angegeben, Flüchtlingen helfen zu wollen. Er habe einem Flüchtling Geld geliehen, der seine Familie nach Deutschland holen wollte. Weil der das Darlehen nicht zurückzahlen konnte, habe der Pfarrer ihm beim Drogenhandel geholfen. "Es war das Naheliegendste, aber eindeutig das falsche Mittel, der größte Fehler", erzählt der Pfarrer im Interview mit dem Fernsehsender RTL.

    Dabei ging es um eine Gesamtmenge von mehr als zehn Kilogramm Marihuana. Insgesamt sind mehr als 30.000 Euro auf dem Konto des Geistlichen gelandet - für die Staatsanwaltschaft Drogengeld.