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Drogenbeauftragte Ludwig fordert striktes Tabakwerbeverbot | BR24

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Auch wenn Daniela Ludwig erst seit wenigen Wochen im Amt ist – die neue Drogenbeauftragte hat genaue Vorstellungen, wie sie Drogenkonsum bekämpfen will. Sei es im Bereich legaler Substanzen wie Tabak oder illegaler Substanzen wie Heroin.

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Drogenbeauftragte Ludwig fordert striktes Tabakwerbeverbot

Auch wenn Daniela Ludwig erst seit wenigen Wochen im Amt ist – die neue Drogenbeauftragte hat genaue Vorstellungen, wie sie Drogenkonsum bekämpfen will. Sei es im Bereich legaler Substanzen wie Tabak oder illegaler Substanzen wie Heroin.

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Die Zahl der Raucher in Deutschland geht zurück. Für die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Daniela Ludwig, ist das aber kein Anlass, zufrieden zu sein. Die Rosenheimer CSU-Politikerin spricht von "enormen Erfolgen" gerade bei jugendlichen Rauchern. Hier habe sich die Zahl in den vergangenen zehn bis 15 Jahren um zwei Drittel reduziert.

Aber: Laut Drogen- und Suchtbericht 2019 rauchen in Deutschland 27 Prozent der Männer und 21 Prozent der Frauen. (Besonders wenige Raucher gibt es in Hessen, besonders viele in Brandenburg. Bayern liegt im Mittelfeld.) Schätzungsweise 120.000 Menschen sterben jedes Jahr an den Folgen des Rauchens.

Werbeverbot – auch für E-Zigaretten

Daniela Ludwig zieht aus den Zahlen für sich einen Schluss: Die Politik dürfe bei der Prävention nicht nachlassen. Konkret will die Drogenbeauftragte ein Werbeverbot für Tabak. Deutschland sei das letzte Land in Europa, das Außenwerbung noch zulasse und "das ist kein Ruhmesblatt".

Ein Verbot sollte laut Ludwig alle Produkte umfassen, auch die E-Zigarette, die stark im Kommen sei und deren Schädlichkeit noch nicht geklärt sei. Auch das Suchtpotential von Wasserpfeifen werde "gnadenlos unterschätzt". Sie wolle deshalb "den Sack jetzt wirklich zu machen, und zwar komplett" – Werbeverbot also für herkömmliche Zigaretten, Erhitzer (batteriebetriebene Geräte, die Tabak-Sticks erhitzen) und E-Zigaretten gleichermaßen.

Ludwig will zeitnahe Entscheidung über Tabakwerbeverbot

Die Gespräche mit den Bundestagsfraktionen über ein Werbeverbot laufen. Ludwig will eine zeitnahe Lösung, am besten noch in diesem Jahr. Gefragt nach der Wahrscheinlichkeit, dass die Entscheidung auch so schnell kommen werde, antwortete Ludwig, sie sei "nicht unzuversichtlich, dass wir die bald bekommen werden".

In diesem Zusammenhang verwies die Drogenbeauftragte darauf, dass sich sogar die Bundeskanzlerin eindeutig positioniert habe. Allerdings hätten die beiden "selbstbewussten" Fraktionen im Bundestag – also Union und SPD – noch ein wichtiges Wort mitzureden. Ein Anlauf in der vorigen Wahlperiode, Tabakwerbung strenger zu regulieren, war an der Haltung der Union gescheitert.

Keine "Scheuklappen" beim Thema Cannabis

Bei Cannabis, der häufigsten illegalen Substanz, sieht die Drogenbeauftragte eine Art gesellschaftliche Spaltung: Auf der einen Seite diejenigen, die die volle Härte des Gesetzes fordern, auf der anderen Seite die, die das Kiffen legalisieren wollen. Ludwig mahnt, die Politik dürfe sich nicht hinter Scheuklappen verstecken, sondern sie müsse darüber diskutieren. Auch über eine bessere und zielgenauere Prävention. Die Drogenbeauftragte sprach von der Sorge, dass derzeit viele Maßnahmen gar nicht die Richtigen erreichen.

Eigenbedarfsregelung? "Blödsinn!"

Beim Thema harte Drogen wie Heroin oder Kokain gab es zuletzt vereinzelte Vorschläge, doch zumindest den Besitz geringer Mengen straffrei zu stellen. Das lehnt Ludwig strikt ab, spricht von "Blödsinn" und verweist als Begründung darauf, dass schon der einmalige Konsum von Heroin oder Kokain zum Tod führen könne.

Eine Eigenbedarfs-Regelung habe "mit vernünftiger Drogen- und Suchtpolitik" nichts zu tun. Die Drogenbeauftragte setzt stattdessen auf Substitution – etwa die Abgabe von Methadon an Suchtkranke, und das unter ärztlicher Aufsicht.

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