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Dramatische Corona-Lage in Österreich: Fast 4.500 Neuinfektionen | BR24

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Österreich erreicht mit 4.453 Neuinfektionen binnen 24 Stunden einen Rekordwert. Nur bis zu 6.000 Neuinfektionen pro Tag, könne Österreich seine Patienten selbst versorgen, erklärte Kanzler Kurz mehrfach. Am Samstag will er neue Maßnahmen verkünden.

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Dramatische Corona-Lage in Österreich: Fast 4.500 Neuinfektionen

Österreich erreicht mit 4.453 Neuinfektionen binnen 24 Stunden einen Rekordwert. Maximal 6.000 Neuinfizierte pro Tag könne Österreich selbst versorgen erklärte Kanzler Kurz mehrfach. Am Samstag will er neue Maßnahmen verkünden.

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Von
  • Clemens Verenkotte

4.453 Neuinfektionen binnen 24 Stunden laut Medienberichten - das ist ein Rekordwert: Die Situation sei "dramatisch", Österreich verzeichne Zuwächse an Neuinfektionen, sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober wörtlich, "wie wir sie noch nie erlebt haben".

Kanzler Kurz kündigt neue Maßnahmen an

Innerhalb der vergangenen 24 Stunden habe es landesweit fast 4.500 Neuinfektionen gegeben, erklärte Bundeskanzler Sebastian Kurz im Anschluss an eine Expertenrunde auf einer gemeinsamen Pressekonferenz. Auch Österreichs Bettenkapazitäten seien, wie in jedem Land, begrenzt. Vor diesem Hintergrund kündigte Kurz an, am kommenden Samstag neue Maßnahmen zur Eindämmung des Virus vorzustellen.

"Insofern gehen wir in Richtung einer Phase, wo wir massiv gegensteuern müssen, weil es sonst zu einer Überforderung der Intensivmedizin und der Spitäler kommen würde." Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz

Kurz wollte sich nicht zu den beabsichtigten Maßnahmen äußern und verwies auf noch ausstehende Beratungen mit den Landesregierungen und Oppositionsparteien. "Wir als Regierung müssen darauf reagieren", betonte er.

Gesundheitsminister: Akuter Handlungsbedarf

Gesundheitsminister Anschober sprach von einem "akuten Handlungsbedarf". Seinen Prognosen zufolge werde die Anzahl der täglichen Neuinfektionen Ende der nächsten Woche 5.800 erreichen, dann würde die Kapazitätsgrenze an Intensivbetten Mitte bis Ende November überschritten werden.

Auch habe sich die Altersstruktur der Neuinfizierten verändert: Es gebe deutliche Infektionseinbrüche in Pflege- und Altersheimen. So sei die Altersgruppe der über 85-Jährigen die zweitgrößte Gruppe der Neuinfizierten, nach den jungen Menschen zwischen 15 und 24 Jahren, so Anschober.

Kanzler Kurz: "Das kann dann jeden treffen"

Mehrmals verwies Bundeskanzler Kurz auf seine Aussagen von vor zwei Wochen, wonach Österreichs Intensivmedizin bei 6.000 Neuinfektionen pro Tag an die Kapazitätsgrenze stoßen würde. In den Niederlanden und in Tschechien könnten Covid-Patienten nicht mehr im eigenen Land versorgt werden:

"Das werden wir nicht zulassen, dass wir in eine Situation kommen, dass Menschen in Österreich nicht mehr ordentlich behandelt werden können. Und dann geht es nicht um die Frage, hat jemand Corona oder nicht, sondern das kann dann jeden treffen." Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz

SPÖ-Parteichefin Pamela Rendi-Wagner bezeichnete die Situation als "dramatisch". Ein Lockdown sei unvermeidlich, sollten die aktuellen Maßnahmen der Koalition nicht rasch greifen. Die ehemalige Gesundheitsministerin und Medizinerin betonte in Wien, es müsse rasch gehandelt werden, um das österreichische Gesundheitssystem "vor einem Kollaps" zu bewahren.

Verfassungsgerichtshof fordert Nachbesserungen bei Corona-Regeln

Der österreichische Verfassungsgerichtshof verwarf heute mehrere Corona-Verordnungen der Regierung: So sei etwa der in Lokalen vorgeschriebene Mindestabstand von einem Meter zwischen den Tischen verfassungswidrig. Die Regierung habe diese Verordnung nicht ausreichend begründet und müsse bis Jahresende juristisch nachbessern.

Bereits im Sommer hatte der Verfassungsgerichtshof entschieden, dass Eingriffe in Grundrechte zur Pandemie-Bekämpfung nur dann zulässig seien, wenn die Regierung eine Abwägung der Interessen mit anderen Grundwerten vornehme. Es müsse also dokumentiert werden, ob und inwieweit die Maßnahmen geeignet, erforderlich und angemessen seien. Angesprochen auf die heutige Entscheidung der Verfassungsrichter sagte Sebastian Kurz, was verfassungskonform sei oder nicht, entscheide das Verfassungsgericht, das immer die oberste Instanz sei.

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