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Donau-Limes bekommt noch eine Chance auf Weltkulturerbe-Status | BR24

© dpa/pa/Armin Weigel

Am Römerkastell Abusiana-Eining beginnt der "Donau-Limes"

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Donau-Limes bekommt noch eine Chance auf Weltkulturerbe-Status

Es schien ausgemachte Sache zu sein, dass der "Donau-Limes" den begehrten Weltkulturerbe-Status bekommt. Doch eine Antragsänderung von Ungarn sorgte für eine Enttäuschung bei der Sitzung der UNESCO in Baku. Noch gibt es aber Hoffnung.

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Der fast 1.000 Kilometer lange Donau-Limes beginnt bei Bad Gögging in Niederbayern mit einem markanten Punkt: Das Römerkastell Abusina bewachte diese Stelle. Nahe dem Ort Eining lassen sich dort in parkähnlicher Umgebung die Grundmauern des alten Heerlagers besichtigen.

Grenze und Ort des kulturellen Austauschs

Der Limes war für die Römer 400 Jahre lang die Grenze der zivilisierten Welt. Dahinter: die Barbaren! Die immer bedrohlicher wirkten, je mehr die Macht des Imperiums schwand. Allerdings war es auch ein Ort des Austauschs - die Römer brachten ihre Kultur mit. Und diese kulturellen Einflüsse lassen sich bis heute archäologisch nachvollziehen.

"Viele Dinge, die wir heute selbstverständlich als unser eigenes europäisches Erbe betrachten, kamen aus dem hochentwickelten Süden um Rom herum in den unterentwickelten Norden." Birgitta Ringbeck, Deutsche Koordinierungsstelle Welterbe

Regensburg, Straubing und Passau wurzeln in römischen Garnisonen

Regensburg zum Beispiel, die alte bayerische Hauptstadt, wuchs aus dem Lager der römischen Legion. Aber auch die Wurzeln von Straubing und Passau liegen in römischen Garnisonsorten. Alle liegen am Donau-Limes, dem "nassen Limes" - geschützt eben nicht von einer Mauer, sondern vom großen Fluss, auf dem die pannonische Flotte der Römer patrouillierte. Am Ufer: eine Kette von Kastellen, per Straße verbunden.

Das alles sollte jetzt eine 1.000 Kilometer lange Weltkulturerbe-Stätte werden. Mit insgesamt 98 Bestandteilen über heutige Ländergrenzen hinweg, die Initiative kam von Österreich.

Ungarn streicht Statthalterpalast in Budapest aus Antrag

Daraus wurde jetzt jedoch vorerst nichts, obwohl der Donau-Limes gut durch die eineinhalbjährige Bewerbungsprozedur gekommen war. Die internationale Denkmalpflege-Organisation ICOMOS hatte den Welterbe-Status empfohlen. Doch dann nahm Ungarn quasi in letzter Minute ein Element aus dem Welterbe-Antrag hinaus, den Statthalterpalast des alten Aquincum im heutigen Budapest. So eine nachträgliche Änderung verstößt gegen die Statuten, deshalb wurde der Welterbe-Prozess für den Donau-Limes gestoppt.

Der ungarische Delegierte sagte bei der UNESCO-Sitzung in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku, dass jede Regierung das Recht auf Änderung habe. Er bedauere, dass die anderen Staaten die Leidtragenden seien.

"Man beabsichtigt dort [in Budapest] offenbar eine Entwicklung, die mit dem Welterbe-Status nicht vereinbar ist. Aber das ist nichts, was wir schwarz auf weiß mitgeteilt bekommen haben." Birgitta Ringbeck, Deutsche Koordinierungsstelle Welterbe

Wenn man den alten Statthalterpalast von Budapest etwa wieder aufbauen wollte, würde ein Welterbestatus enge Grenzen setzen. Sollten dabei wissenschaftliche Standards nicht genau beachtet werden, würde die UNESCO protestieren, sagt Ringbeck.

Stopp der Welterbe-Bewerbung ist nicht endgültig

Der Stopp für das Welterbe Donau-Limes ist jedoch nicht endgültig. Eine Kommission klärt jetzt bis nächstes Jahr, ob er auch ohne den Budapester Palast würdig genug für die UNESCO erscheint - die Wahrscheinlichkeit dafür ist hoch. Dann bekämen die Römerreste in Regensburg, Straubing und Passau, das Kastell von Eining und das Amphiteater von Künzing doch noch den "Adelstitel" Weltkulturerbe - nur eben etwas später.