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Weitere Corona-Infektionen in Trumps Umfeld | BR24

© dpa-Bindfunk

Chris Christie, Mitglied der Republikanischen Partei (Archivbild)

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    Weitere Corona-Infektionen in Trumps Umfeld

    US-Präsident Trump wird wegen seiner Corona-Infektion weiter in einem Militärkrankenhaus behandelt. Aus seinem Umfeld werden inzwischen immer mehr Infektionen bekannt. Unter anderem ist der ehemalige Präsidentschaftsbewerber Chris Christie infiziert.

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    Nach der Coronavirus-Infektion von US-Präsident Trump werden immer mehr Ansteckungen in seinem Umfeld bekannt. Auch Trumps Wahlkampfchef Bill Stepien wurde positiv auf das Virus getestet, wie das Wahlkampfteam bestätigte.

    Zu wenig Abstand, kaum Masken

    Der Fokus richtet sich inzwischen besonders auf eine Veranstaltung mit dem Präsidenten, bei denen viele der nun Infizierten waren: die Vorstellung der konservativen Juristin Amy Coney Barrett als Kandidatin für den freien Posten am Supreme Court am Samstag vor einer Woche im Rosengarten des Weißen Hauses. Dort versammelten sich auf engem Raum mehr als 100 Menschen. Auf Fotos und Videos ist zu sehen, dass wenige Masken trugen oder Abstand hielten. Teilnehmer umarmten sich oder schüttelten sich die Hände.

    Mindestens sieben weitere Infizierte

    Bei mindestens sieben Teilnehmern fielen seitdem Corona-Tests positiv aus: Neben dem Präsidenten und First Lady Melania Trump sind das die frühere Trump-Beraterin Kellyanne Conway, die Senatoren Mike Lee und Thom Tillis, der Präsident der katholischen Universität Notre Dame, John Jenkins, sowie ein Reporter. Die Nachbesetzung des Richterpostens durch Barrett soll trotzdem planmäßig laufen.

    Zahl der Erkrankten könnte weiter steigen

    Weitere nun Infizierte haben US-Medienberichten zufolge an der Vorbereitung Trumps für die TV-Debatte des Republikaners mit seinem demokratischen Herausforderer Joe Biden am Dienstag in Cleveland im Bundesstaat Ohio teilgenommen. Beteiligt an der Vorbereitung war neben Conway und Stepien auch die enge Trump-Beraterin Hope Hicks, deren Infektion Trump am Donnerstagabend öffentlich machte, bevor sein eigenes positives Testergebnis bekannt wurde.

    Republikaner Chris Christie ebenfalls an Corona erkrankt

    Der frühere Gouverneur von New Jersey und Präsidentschaftskandidat, Chris Christie - der ebenfalls an den Vorbereitungen Trumps für die Debatte teilnahm - sagte dem Sender ABC: "Niemand im Raum hat Masken getragen." Fünf oder sechs Menschen seien anwesend gewesen. Auch er wurde positiv auf das Coronavirus getestet,

    Die Vereinigung der Korrespondenten im Weißen Haus teilte mit, neben dem Reporter, der bei der Veranstaltung im Rosengarten war, seien am Freitag zwei weitere Journalisten positiv getestet worden. Einer davon sei am Sonntag vor einer Woche bei einer Trump-Pressekonferenz gewesen, der andere habe zum Tross der mitreisenden Reporter bei einem Wahlkampfauftritt des Präsidenten am Tag zuvor gehört.

    Auch die republikanische Parteivorsitzende Ronna McDaniel hat sich mit dem Virus angesteckt. Nach Angaben der Partei erhielt sie bereits am Mittwoch ein positives Testergebnis. Die New York Times berichtete, McDaniel sei zuletzt am Freitag vor einer guten Woche mit Trump zusammengetroffen.

    Trump geht es dem Leibarzt zufolge sehr gut

    Trump selbst wird weiter im Militärkrankenhaus Walter Reed in Bethesda nördlich von Washington behandelt. Nach der Infektion mit dem Coronavirus ist er nach Angaben seines Leibarztes Sean Conley wohlauf. "Heute Morgen geht es dem Präsidenten sehr gut", sagte Conley am Samstag vor Journalisten am Militärkrankenhaus Walter Reed in Bethesda nördlich von Washington. Die Ärzte seien sehr zufrieden mit den Fortschritten bei Trumps Behandlung. Der Arzt Sean Dooley sagte, der Präsident müsse nicht beatmet werden.

    US-Präsident wird mit Remdesivir behandelt

    Der Präsident wird unter anderem mit dem Medikament Remdesivir behandelt. Er benötigt den Angaben zufolge keine Sauerstoffzufuhr. Trump war am Freitagabend ins Krankenhaus geflogen worden. Das Weiße Haus sprach von einer Vorsichtsmaßnahme auf Empfehlung der Ärzte.

    Wie lange Trump im Krankenhaus bleiben muss, ist unklar. Das Weiße Haus sprach am Freitag von ein paar Tagen und betonte, Trump werde von Büroräumen des Präsidenten in dem Militärkrankenhaus aus arbeiten. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts wird Remdesivir gemäß Zulassung in der EU über insgesamt fünf bis maximal zehn Tage verabreicht. Eine engmaschige Überwachung sei notwendig.

    Mediziner sehen Remdesivir, das ursprünglich zur Behandlung von Ebola entwickelt wurde, nicht als Allheilmittel bei einer Covid-19-Erkrankung, oft aber als hilfreich. Nach Angaben des Herstellers kann es das Sterberisiko bei einem schweren Verlauf der Corona-Krankheit Covid-19 deutlich vermindern.

    Trump muss Wahlkampf unterbrechen

    Die Infektion zwingt den 74-Jährigen dazu, einen Monat vor der Wahl den Wahlkampf auszusetzen. Unklar ist, ob der Republikaner an der nächsten TV-Debatte mit seinem demokratischen Herausforderer Joe Biden teilnehmen kann, die für den 15. Oktober geplant ist. Biden setzt seinen Wahlkampf fort.

    Ungeachtet der Coronavirus-Pandemie hatte Trump in den vergangenen Wochen Wahlkampfauftritte teils vor Tausenden Anhängern absolviert, bei denen er stets ohne Maske auftrat. Unklar ist, wie konsequent nun die Kontaktverfolgung erfolgt. In US-Medien gab es Kritik. Für Aufsehen sorgte etwa die Entscheidung, am Donnerstagnachmittag noch zu einem Treffen mit Spendern in New Jersey zu reisen, nachdem im Weißen Haus bereits der positive Test von Trumps Beraterin Hicks bekannt war. Auch am Mittwoch hatte sich Trump im Bundesstaat Minnesota mit Spendern getroffen.

    Biden: Keine negativen Werbesports mehr über Trump

    Nach der Corona-Infektion Trumps will Bidens Team keine Werbespots mehr senden, die Trump negativ darstellen, ihn angreifen oder diskreditieren. Die New York Times und der Sender CNN berichteten unter Berufung auf das Wahlkampfteam, die Entscheidung sei bereits getroffen worden, bevor Trump ins Krankenhaus kam.

    Bei einem Wahlkampfauftritt am Freitag spielte Biden zwar auf Trumps laxen Umgang mit dem Coronavirus an, attackierte ihn aber nicht direkt. Trumps Infektion sei eine Mahnung, das Virus ernstzunehmen, sagte Biden. Es werde nicht automatisch verschwinden. Biden rief dazu auf, in der Pandemie auf Wissenschaftler zu hören, Masken zu tragen, Abstand zu halten und regelmäßig die Hände zu waschen. Bidens Arzt Kevin O'Connor hatte zuvor mitgeteilt, dass der 77-Jährige und dessen Ehefrau Jill Biden negativ getestet worden seien.

    Mehr als 7,3 Millionen Corona-Infizierte in den USA

    Trumps Infektion richtet wieder ein Schlaglicht auf die Pandemie, die in den USA bei Weitem nicht ausgestanden ist. Mehr als 7,3 Millionen Ansteckungen sind bekannt, mehr als 208.000 Menschen starben nach einer Infektion. Kritiker machen Trump wegen seines Krisenmanagements schwere Vorwürfe. Er hatte mehrfach gesagt, das Virus werde einfach verschwinden, und Einschätzungen seiner Experten offen in Zweifel gezogen. Biden verspottete er für dessen Vorsicht in der Pandemie.