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Trump und Biden: Die Unterschiede in der Außenpolitik | BR24

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Trump brach in der US-Außenpolitik mit vielen Traditionen, sorgte für Skandale, konnte aber auch Erfolge verbuchen. Laut Kontrahent Biden sind die USA dennoch "isolierter als jemals zuvor". In einem Punkt unterscheiden sich beide allerdings nicht.

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Trump und Biden: Die Unterschiede in der Außenpolitik

Trump brach in der US-Außenpolitik mit vielen Traditionen, sorgte für Skandale, konnte aber auch Erfolge verbuchen. Laut Kontrahent Biden sind die USA dennoch "isolierter als jemals zuvor". In einem Punkt unterscheiden sich beide allerdings nicht.

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Geht es um Außenpolitik, dann ist Dave Watson aus Iowa mit der Trump-Administration zufrieden. Zumindest im Fall von China: Die Volksrepublik kaufe gerade wieder mehr Soja-Bohnen, sagt der Farmer. Mit Donald Trump ist er sicher, dass es so bleibt, mit Joe Biden aber nicht: "Ich glaube nicht, dass er die Handelsabkommen in der Form durchsetzen wird, er wird nicht so verhandeln mit China, wie die Trump-Administration und deren Verhandlungsführer es gerade tun", sagt Watson.

Gretchenfrage der Präsidentschaftswahl: Wie hältst Du es mit China?

Außenpolitik spielt nicht die entscheidende Rolle bei der Präsidentschaftswahl. Aber die Frage: "Wie hältst Du es mit China?" ist zum Beispiel wichtig für viele Amerikaner. In einer Runde mit Wählern wurde der Präsidentschaftskandidat der Demokraten, Joe Biden, deshalb gefragt, wie er Donald Trumps Außenpolitik beurteilt. "Wir sind in der Welt isolierter als jemals zuvor", sagt Biden. "Unsere Verbündeten müssen allein klar kommen."

Aus Amerika zuerst sei Amerika allein geworden, sagt Biden. Und tatsächlich betont der Kandidat der Demokraten, dass er die Beziehungen zu Verbündeten, wie Deutschland reparieren will. Biden schlägt vor, zum Pariser Klimaschutzabkommen zurückzukehren. Und er will das Atomabkommen mit Iran wieder in Kraft setzen und ergänzen.

Trump setzt auf Bilder

Darin unterscheidet er sich deutlich von der Trump-Administration. Der US-Präsident verweist beim Thema Außenpolitik auf Bilder: Mitte September empfing Trump den israelischen Ministerpräsidenten und die Außenminister aus Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten im Weißen Haus für eine Vertragsunterzeichnung:

"Wir ändern heute Nachmittag den Lauf der Geschichte", erklärte Trump da. Nach Jahrzehnten der Spaltung und des Konflikts würde man den Aufgang eines neuen Nahen Ostens beschließen. "Wir schlagen einen Weg ein, in der Menschen aller Glaubensrichtungen und Herkunft in Frieden und Wohlstand leben", so Trump.

Trump will Truppen aus dem Nahen und Mittleren Osten abziehen

Hinter dem regionalen Abkommen steckt auch das Ziel der Trump-Administration möglichst bald alle Truppen aus dem Nahen und Mittleren Osten sowie aus Afghanistan abzuziehen.

Auch Trumps Kontrahent Biden will US-Soldaten zurückholen. Aber er hört auf Warnungen, dass dann zum Beispiel im Grenzgebiet von Irak und Syrien die verbliebenen Kämpfer des Islamischen Staat wieder an Einfluss gewinnen.

Außenminister Pompeo widerspricht Biden

Amerika sei nicht sicherer als vor vier Jahren, sagt Biden. Falsch entgegnet US-Außenminister Pompeo auf die Frage eines Journalisten im Zusammenhang mit Nordkorea. "Sie müssen wissen, dass die Kommunistische Partei in China im vergangenen Jahr mehr Raketen getestet hat als der Rest der Welt zusammengenommen", sagt Pompeo. Nordkorea habe dagegen vergangenes Jahr keine einzige ballistische Interkontinentalrakete getestet. "Und so war das auch im Jahr zuvor", erklärt der US-Außenminister.

Der Kandidat der Demokraten Biden sieht die Erfolge kritisch: "Dieser Präsident umarmt alle Schläger auf der Welt: Er ist gut befreundet mit dem Diktator von Nordkorea, er ist Putin nicht entgegengetreten und er hat sich zu bedienen gelernt bei Staatschef Xi in China."

Auch Biden wird mehr Ausgaben für Verteidigung fordern

In den Konflikten mit Nordkorea, Russland und China setzt Biden auf die Zusammenarbeit mit Verbündeten. Das bedeutet aber auch, dass er wie Trump von der Forderung nicht abweichen wird, dass Deutschland und andere Staaten mehr für ihre und die gemeinsame Verteidigung tun müssen.

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