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Trump mit Corona in Klinik: Wie ernst ist sein Zustand? | BR24

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US-Präsident Donald Trump ist nach seiner Infektion mit dem Corona-Virus in ein Krankenhaus umgezogen. Die Details über seinen Gesundheitszustand sind unsicher. Er selbst sagt, es gehe ihm "sehr gut".

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Trump mit Corona in Klinik: Wie ernst ist sein Zustand?

Reine Vorsichtsmaßnahme oder ernsthafte Symptome? Wegen seiner Corona-Infektion wird US-Präsident Donald Trump in einem Militärkrankenhaus behandelt. Er selbst betont, es gehe ihm gut. US-Medien berichten von Fieber und Atemproblemen.

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US-Präsident Donald Trump wird wegen seiner Infektion mit dem Coronavirus den zweiten Tag in Folge in einem Krankenhaus behandelt. Ihm gehe es "sehr gut", hieß es am Freitagabend in einem Schreiben seines Leibarztes Sean Conley. Der Präsident werde unter anderem mit dem Medikament Remdesivir behandelt, er benötige keine Sauerstoffzufuhr, schrieb der Arzt.

Wenige Stunden zuvor wurde Trump mit einem Hubschrauber ins Militärkrankenhaus Walter Reed nördlich von Washington geflogen. In den kommenden Tagen werde Trump von Büroräumen des Präsidenten im Militärkrankenhaus arbeiten, erklärte das Weiße Haus. Er weise "leichte Symptome" auf, sei aber guter Dinge und habe den ganzen Tag über gearbeitet. Dass Trump in die Klinik gebracht wurde, sei eine Vorsichtsmaßnahme auf Empfehlung der Ärzte.

US-Medien: Trump hat Schwierigkeiten beim Atmen

US-Medien berichteten am Freitag aber auch von Fieber mit leichten Symptomen. "Das ist ernst", sagte ein namentlich nicht genannter Präsidenten-Berater dem Sender CNN. Der Präsident hat demnach auch Schwierigkeiten beim Atmen. Der Sender zitierte darüber hinaus einen hochrangigen Regierungsbeamten, wonach Trumps Zustand im Augenblick in Ordnung sei. Es gebe aber Sorge im Weißen Haus, dass sich die Situation rasch ändern könne. Mit seinen 74 Jahren und seinem Übergewicht zählt der Präsident zu den Corona-Risikopatienten.

Trump twittert aus Klinik

"Es läuft gut, denke ich! Ich danke euch allen. Liebe!!!!", twitterte Trump aus der Klinik. Wie lange Trump im Krankenhaus bleiben muss, ist allerdings unklar. Das Weiße Haus sprach von ein paar Tagen. Laut Robert Koch-Institut (RKI) wird Remdesivir gemäß Zulassung in der EU über insgesamt fünf bis maximal zehn Tage verabreicht. Eine engmaschige Überwachung sei notwendig.

Noch unklar, ob TV-Duelle abgesagt werden

Das Weiße Haus betonte, Vizepräsident Mike Pence werde vorerst nicht die Geschäfte übernehmen. Pence, der automatisch einspringen würde, sollte Trump seine Amtsgeschäfte nicht mehr ausüben können, ist negativ getestet worden. Der demokratische Trump-Herausforderer Joe Biden, der erst am Dienstag bei der ersten Fernsehdebatte persönlich auf Trump getroffen war, ist ebenfalls negativ getestet.

In einem Monat stellen sich Trump und Biden zur Wahl. Trump musste jetzt Wahlkampfauftritte absagen, Biden setzt seinen Wahlkampf dagegen fort. Ob die weiteren Fernsehdebatten am 15. und am 22. Oktober stattfinden können, ist unklar.

Weitere Infektionen in Trumps Umfeld

Aus Trumps Umfeld werden inzwischen immer mehr Infektionen bekannt. In den Tagen vor seinem positiven Corona-Test ist Trump viel gereist, er hielt sich in der Nähe Dutzender Menschen auf. In den Fokus gerät insbesondere eine Veranstaltung im Garten des Weißen Hauses vor einer Woche, als Trump die konservative Juristin Amy Coney Barrett als Kandidatin für den freien Posten am Obersten Gericht der USA vorstellte. Dort versammelten sich auf engem Raum mehr als 100 Menschen, auf Fotos und Videos ist zu sehen, dass nur wenige Masken trugen oder Abstand hielten. Laut Fernsehsender CNN umarmten sich Teilnehmer oder schüttelten sich die Hände. Bei mindestens sechs der Anwesenden fielen seitdem Corona-Tests positiv aus.

Wahlkampf-Treffen nach positivem Test

Ungeachtet der Coronavirus-Pandemie hatte Trump in den vergangenen Wochen Wahlkampfauftritte teils vor Tausenden Anhängern absolviert, bei denen er stets ohne Maske auftrat. Unklar war am Freitag, wie konsequent nun die Kontaktverfolgung erfolgt. In US-Medien gab es Kritik.

Für Aufsehen sorgte etwa die Entscheidung, am Donnerstagnachmittag noch zu einem Treffen mit Spendern in New Jersey zu fahren, nachdem im Weißen Haus bereits der positive Test von Trumps Beraterin Hicks bekannt war. Auch am Mittwoch hatte sich Trump im Bundesstaat Minnesota mit Spendern getroffen.

Wilde Spekulationen über Trumps Infektion

In den sozialen Medien verbreiteten sich nach Bekanntwerden von Trumps Infektion schnell Falschinformationen, Gerüchte und Verschwörungs-Annahmen ohne jegliche Belege. Einerseits wurde diskutiert, ob Trump seine Erkrankung nur vortäusche. Andererseits kam die Behauptung auf, Trump sei gezielt mit Corona infiziert worden.

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