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Trump, die US-Wahl und die Rolle der Medien | BR24

© picture alliance/ZUMA Press

Wahlberichterstattung bei CNN.

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    Trump, die US-Wahl und die Rolle der Medien

    Ein Präsident, der lügt, sich vorab zum Sieger erklärt und dann den Auszählungs-Stopp fordert: Die Medien in den USA reagieren unterschiedlich auf die Aussagen Donald Trumps. Doch selbst der konservative Sender Fox News kritisiert den Präsidenten.

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    Der Haus- und Hofsender von Donald Trump, Fox News, leistete sich in der Wahlnacht etwas, das den Präsidenten zum Staunen gebracht haben dürfte: Fox News gab schon sehr früh bekannt, dass der Bundesstaat Arizona an Joe Biden gehen würde. Trump war davon nicht gerade begeistert; hatte er sich doch schon zum Sieger erklärt.

    Fox News kritisiert Trump scharf

    Fox News kritisierte die verfrühte Siegesverkündung von Trump scharf. "Dies ist eine äußerst brenzlige Situation, und der Präsident hat soeben ein Streichholz hineingeworfen“, sagte Fox News-Journalist Chris Wallace.

    Trump habe die genannten Bundesstaaten nicht gewonnen: "Dem Präsidenten steht nicht zu, den Gewinn von Bundesstaaten zu reklamieren. Keine Frage, all diese Bundesstaaten können ihre Stimmen weiter auszählen.“

    Richtungsstreit bei Fox News

    Allerdings ist Fox News nicht ganz in das Lager der Trump-Kritiker gewechselt. Prominente Moderatoren wie Sean Hannity oder Laura Ingraham sind immer noch auf Trumps Seite und säen Zweifel am Wahlverfahren und der Auszählung.

    Und so ist in vielen anderen Medien davon die Rede, dass es gerade einen Richtungsstreit beim konservativen Nachrichtensender gäbe. Im Kern stehen jetzt die meinungsstarken, rechtskonservativen Moderatoren den eher journalistisch arbeitenden Reportern gegenüber, die nicht mehr nur pro Trump berichten wollen.

    Auch die ARD-Korrespondentin Katharina Wilhelm hat die Wahl und die Berichterstattung verfolgt. Ihr Fazit: "In der Wahlnacht haben wir die Zerrüttung des Verhältnisses zwischen Trump und Fox News erlebt.“

    US-Sender brechen Übertragung von Trump-Rede ab

    Als Trump am Donnerstagabend amerikanischer Zeit eine Rede im Rahmen einer Pressekonferenz hält, bricht der Sender CNBC die Übertragung mittendrin ab. Der Moderator erklärt: "Was der Präsident der Vereinigten Staaten gerade sagt, stimmt einfach nicht.“ Trump verbreite Lügen, indem er behaupte, dass Millionen Stimmen nicht geprüft werden könnten.

    Und weitere amerikanischen Networks, wie CBS oder ABC, folgten dem Beispiel. Auch die nicht als besonders Trump-kritisch bekannte Zeitung "USA Today“ stoppte ihren Live-Stream der Pressekonferenz und löschte das Video von allen Plattformen.

    Für ARD-Korrespondentin Wilhelm ist das aber der falsche Schritt: "Ich finde das hoch problematisch. Die Sender erheben sich damit über den Präsidenten. Ich finde es schwierig, welche Rolle sie sich da zusprechen. Man muss ihm schon zuhören und dann einordnen.“

    CNN bleibt eher zurückhaltend

    Der als eher links-liberal geltende Sender CNN hielt sich in der Wahlnacht eher zurück. Erst als es klar wurde, sind die Bundesstaaten Michigan oder Wisconsin für Biden reklamiert worden. Der Sender wies Immer wieder darauf hin, dass noch nicht alle Stimmen ausgezählt seien. CNN führte Interviews mit den Wahlleitern der jeweiligen Bundesstaaten. Die Botschaft: Alles geht mit rechten Dingen zu.

    Und das zahlte sich in den Quoten aus. Der Livestream von CNN am Wahlabend erreichte nach Angaben der Senders in der Spitze 1,1 Millionen Zuschauer. Innerhalb eines Tages sahen 15 Millionen Menschen den Online-Stream. Die TV-Quoten lagen am Mittwoch im Schnitt bei 4,5 Millionen Zuschauern - der zweiterfolgreichste Tag in der Geschichte des Senders. Fox News erreichte am Wahlabend zwischen 20.00 und 23.00 Uhr 13,7 Millionen Zuschauer und stellte damit ebenfalls einen neuen Rekord auf.

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