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Donald Trump: Der Antipolitiker vor der Abwahl? | BR24

© dpa-Bildfunk

Der Antipolitiker, der den Washingtoner Sumpf austrocknen will: Auch als Präsident verkaufte sich Donald Trump als Außenseiter im Politbetrieb. Damit kommt er bei seinen Fans immer noch gut an. Doch ein anderes Thema könnte ihn die Wiederwahl kosten.

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Donald Trump: Der Antipolitiker vor der Abwahl?

Der Antipolitiker, der den Washingtoner Sumpf austrocknen will: Auch als Präsident verkaufte sich Donald Trump als Außenseiter im Politbetrieb. Damit kommt er bei seinen Fans immer noch gut an. Doch ein anderes Thema könnte ihn die Wiederwahl kosten.

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"Ich bin kein Politiker, zum Glück." In diesem Satz fokussiert sich die gesamte Strategie, die Donald Trump ins Amt gebracht hat und mit der er wiedergewählt werden will. Der "Antipolitiker", der mit dem aufräumt, was seinem Klientel so sehr zu schaffen macht: Von einer selbst ernannten Elite aus Wirtschaft, Politik und Medien in den Küstenstädten nicht mehr ernst genommen zu werden.

"Wir müssen mit politischer Korrektheit aufhören, ein Land aufbauen, das nicht mehr diese Probleme hat", sagt Trump. Daran hält er sich selbst, eckt an, beleidigt immer wieder: Einwanderer, Frauen, Demokraten sowieso. Und, der oberste Chef in Washington verspricht, den Washingtoner "Sumpf auszutrocknen".

Auch 2020 heißt es bei Trump: "Make America great again"

"Er ist einer von uns", sagen seine Anhänger. Seine Fans lieben die Slogans "Amerika zuerst", "Amerika wieder großartig machen". Darauf baut Trump. Er liebt das Bad in der Menge, das unmittelbare Feedback, die Bestätigung. Seine Botschaften sparen nicht mit Superlativen und signalisieren: Ihr habt richtig gewählt.

"Die erfolgreichste Wirtschaft in der Geschichte unseres Landes. Die besten Arbeitslosenzahlen der Geschichte für Afroamerikaner, Asiaamerikaner, Hispanoamerikaner, Frauen, Studierende", prahlt er bei Wahlkampfveranstaltungen. Seine Gegner lachen über seine Sucht danach, der beste, größte, wichtigste zu sein.

Das begann schon mit dem Streit darum, ob mehr Menschen zu seiner Amtseinführung gekommen waren, als zu der von Barack Obama. Spätestens da begann sein Krieg gegen die Medien, die seine Botschaften nicht stützten. Insbesondere CNN, dann aber auch die Washington Post und New York Times sind seine Zielscheiben - FOX News dagegen sein Haussender.

Trump arbeitet mit Feindbildern

Überhaupt arbeitet Trump mit Feindbildern, auch um seine Wählerbasis zu mobilisieren. Einwanderer sind eines dieser Feindbilder: "Wenn ihr diese Karawanen seht, die starten mit 20.000 Menschen - das ist eine Invasion!" Und das symbolträchtige Gegenmittel: die Mauer zu Mexiko.

Meist ist Konfrontation Donald Trumps Mittel der Wahl, um etwas zu erreichen. Handelskriege, gekündigte Abrüstungsverträge, Erpressung von Unternehmen und vieles mehr. Während der Unruhen nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd durch Polizeigewalt machte sich Trump nicht zum Heiler, der die gespaltene amerikanische Gesellschaft wieder zusammenführt.

Spaltung ist gut für ihn, die Botschaft von Recht und Ordnung kommt an und er verknüpft das Chaos mit seinem Gegner Joe Biden. "Wenn Biden gewinnt, gewinnt China. Wenn Biden gewinnt, gewinnt der Mob. Wenn Biden gewinnt, gewinnen die Aufständischen, Anarchisten, Brandstifter und Flaggen-Verbrenner."

Corona könnte ihn die Wiederwahl kosten

Seine Achillesferse ist die Corona-Pandemie. Da scheint das Konzept nicht aufzugehen, mit Konflikten zu punkten. Dass er seine Strategie des Konflikts nicht hat ändern können, dass er sich nicht zum Anführer in einem gemeinsamen Kampf hat aufschwingen können, könnte ihn die Präsidentschaft kosten.

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