BR24 Logo
BR24 Logo
Deutschland & Welt

Dominik Bartsch, UNHCR: Gemischte Bilanz zum UN-Flüchtlingspakt | BR24

© BR

Vor einem Jahr hat die UN-Generalversammlung den Flüchtlingspakt angenommen. Dominik Bartsch vom Flüchtlingshilfswerk UNHCR zieht eine gemischte Bilanz: "Wir erwarten uns, dass mehr Staaten mit dazu kommen und bei der Lastenteilung mitmachen."

Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Dominik Bartsch, UNHCR: Gemischte Bilanz zum UN-Flüchtlingspakt

Vor einem Jahr hat die UN-Generalversammlung den UN-Flüchtlingspakt angenommen. Dominik Bartsch vom Flüchtlingshilfswerk UNHCR zieht eine gemischte Bilanz: "Wir erwarten uns, dass mehr Staaten mit dazu kommen und bei der Lastenteilung mitmachen."

Per Mail sharen
Teilen

Vor einem Jahr war der UN-Flüchtlingspakt in der Generalversammlung der Vereinten Nationen angenommen worden. Ziel des "Globalen Pakts für Flüchtlinge" - so der eigentliche Titel der Vereinbarung – war und ist es, die Last und die Verantwortung beim Umgang mit Geflüchteten ausgewogen zu verteilen: zwischen allen UN-Mitgliedsländern, Organisationen, der Zivilgesellschaft und den Flüchtlingen selbst.

"Der Flüchtlingspakt ist ein Aufruf an die Staatengemeinschaft, noch intensiver mitzumachen und gerade die Länder besser zu unterstützen, die einen Großteil der Flüchtlinge weltweit aufgenommen haben", sagte Dominik Bartsch im radioWelt-Interview auf Bayern 2. Er ist der Vertreter des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen (UNHCR) in Deutschland.

Nach einem Jahr Flüchtlingspakt zieht Dominik Bartsch eine gemischte Bilanz.

"Da haben wir große Fortschritte gemacht, aber es steht noch sehr viel aus. Weil de facto immer noch eine kleine Zahl von Staaten sich aktiv engagiert, sei es als Geber oder als Aufnahmeland und wir erwarten uns, dass mehr Staaten mit dazu kommen und bei der Lastenteilung mitmachen." Dominik Bartsch, UNHCR

Mehr Unterstützung für Nachbarn von Krisenländern

Dominik Bartsch fordert, dass "vor allem die Länder um die Konfliktherde herum" von der Staatengemeinschaft besser unterstützt werden müssten.

Als Bespiele nannte er Kenia und Uganda als Nachbarn von Südsudan, außerdem Jordanien, Libanon und Türkei als Nachbarn von Syrien. Dominik Bartsch erinnerte daran, dass Bangladesch mehr als eine Million Flüchtlinge aus Myanmar aufgenommen habe.

"Meistens sind es die Nachbarländer, die die allermeisten Flüchtlinge aufgenommen haben und das hat auch damit zu tun, dass Flüchtlinge natürlich überlegen, wann und wie schnell sie zurückkehren können, deswegen bleiben sie so nah wie möglich an ihrem Heimatland." Dominik Bartsch

Diese Nachbarländer sollten auf freiwilliger Basis von den anderen Staaten besser unterstützt werden, beispielsweise finanziell.

"Wir werben darum, dass Länder Stipendien anbieten für Flüchtlinge, die dann ihren akademischen Abschluss erreichen, bevor sie zurück in das Erstaufnahmeland gehen." Dominik Bartsch