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Doch kein Aus für Sportplätze mit Kunstrasen? | BR24

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Umweltministerium: Kunstrasen-Verbot wegen Mikroplastik unklar

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    Doch kein Aus für Sportplätze mit Kunstrasen?

    In der Debatte um ein mögliches Verbot von Kunstrasenplätzen gibt das Bundesumweltministerium Entwarnung. Es sei noch nichts entschieden. Außerdem gehe es um den Neueintrag oder Nachfüllen von Kunststoffgranulat, nicht um den Abriss von Sportplätzen.

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    Die Warnung vor dem möglichen Aus für Kunstrasenplätze wegen eines Mikroplastik-Verbots in der EU kommt aus Sicht des Bundesumweltministeriums zu früh. "Ob die EU-Kommission ein Verbot von Plastik-Einstreumaterial für Kunstrasensportplätze vorschlagen wird, steht noch längst nicht fest", teilte ein Sprecher von Ministerin Svenja Schulze (SPD) am Montag mit. Grundsätzlich sei das Umweltministerium dafür, Mikroplastik zu vermeiden. Es habe aber auch "großes Interesse daran, dass Sportvereine ihren Spiel- und Trainingsbetrieb, insbesondere im Breiten- und Jugendsport, ohne Einschränkungen durchführen können".

    Kunstrasen: Kein Abriss von Sportplätzen geplant

    Die Europäische Chemikalienagentur (Echa) sei "in einer frühen Phase der Meinungsbildung". Es gehe um den Neueintrag oder das Nachfüllen von Kunststoffgranulat, nicht um den Abriss von Sportplätzen. Zudem stehe nicht der Kunstrasen selbst im Fokus, sondern nur Granulat, für das es offenbar schon Alternativen gebe. Im Entwurf einer Beschränkung von Mikroplastik aus dem März seien Ausnahmen und Übergangsfristen vorgesehen, etwa für Arzneimittel und bestimmte Kosmetika. Die Echa habe darum gebeten, "Informationen zur Verwendung von Einstreumaterial bei Kunstrasenplätzen vorzulegen".

    Seehofer will sich für Übergangsregelung für Kunstrasen einsetzen

    Die öffentliche Konsultation läuft laut Umweltministerium noch bis 20. September, dann beginnen fachliche Prüfungen. Erst ein Jahr später sollen die Stellungnahmen der Experten vorliegen, die dann wieder kommentiert und nochmal überprüft werden, und schließlich an die EU-Kommission gehen. Wenn die Kommission einen Vorschlag mache, werde er von den Mitgliedsstaaten beraten. Am Wochenende hatte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) in der "Welt am Sonntag" gesagt, er wolle sich für eine Übergangsfrist einsetzen.