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Dobrindt warnt vor übereilter Kanzlerkandidaten-Kür der Union | BR24

© dpa-Bildfunk

CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt

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    Dobrindt warnt vor übereilter Kanzlerkandidaten-Kür der Union

    In der Debatte um den richtigen Zeitpunkt für die Wahl des Kanzlerkandidaten der Union fordert CSU-Landesgruppenchef Dobrindt "Mut zur Sorgfalt". Er könne sich vorstellen, nach den Landtagswahlen im März darüber zu entscheiden.

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    • BR24 Redaktion

    Die Union diskutiert weiter über den richtigen Zeitpunkt zur Kür ihres Kanzlerkandidaten. Dabei zeichnet sich keine rasche Einigung ab.

    CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt hat sich nun dafür ausgesprochen, bis nach den Landtagswahlen im März in Baden-Würtemberg und in Rheinland-Pfalz zu warten. Der Deutschen Presse- Agentur sagte er, "man sollte jetzt dem Hang zur Eile widerstehen können und den Mut zur Sorgfalt haben".

    Zuvor hatte sich bereits Parteichef Markus Söder (CSU) für einen späteren Zeitpunkt ausgesprochen. CDU-Bundesvize Volker Bouffier dagegen mahnt zur Eile.

    Kandidatenkür erst nach der Wahl zum CDU-Vorsitz

    Dobrindt betonte nun, wenn der neue CDU-Chef gewählt sei, würden die Schwesterparteien gemeinsam klären, wann der richtige Zeitpunkt für eine Entscheidung über den gemeinsamen Kanzlerkandidaten sei. "Das ist eine alte Übung. Es ist immer gut gelöst worden, und das wird auch dieses Mal der Fall sein."

    Die CDU will den Nachfolger von CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer bei einem Online-Parteitag am 16. Januar mit anschließender Briefwahl bestimmen. Neben dem nordrhein-westfälischen Ministerpräsident Armin Laschet wollen auch Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz und der Außenpolitiker Norbert Röttgen die CDU führen. Am 14. März gibt es in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz Landtagswahlen.

    Auch Merz ist offen für einen späteren Zeitpunkt

    Auch Friedrich Merz, Kandidat für den CDU-Vorsitz, könnte mit einem späteren Zeitpunkt leben.

    Er sei zwar eher der Meinung, man solle das bald entscheiden, sagte Merz der dpa. "Aber es gibt auch gute Argumente zu sagen, wir sollten das gemeinsam mit der CSU zu einem etwas späteren Zeitpunkt machen."

    Er werde nach seiner möglichen Wahl zum CDU-Vorsitzenden in Ruhe mit dem CSU-Vorsitzenden Söder über den Zeitplan zur Kandidatenkür reden. Die entscheidende Frage sei: "Wie weit sind wir eigentlich inhaltlich und konzeptionell in unserer Arbeit?", so Merz.

    Dobrindt und Merz betonen gute Zusammenarbeit

    Auch Merz betonte, wie wichtig es sei, dass die beiden Schwesterparteien gemeinsam über die Kandidatur entscheiden.

    "Bevor irgendetwas proklamiert wird, reden wir miteinander", versicherte Merz mit Blick auf die CSU. "Ich gehöre auch nicht zu denen, die sagen: Zugriffsrecht. Da hat keiner ein Zugriffsrecht." CDU und CSU seien gleichberechtigte, wenn auch unterschiedlich große Partner in einer Fraktionsgemeinschaft. "Diese Fraktionsgemeinschaft ist so viel wert, die gefährde ich nicht durch Vorfestlegungen."

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