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Dinosaurier des Jahres 2018: RWE erhält erneut Negativpreis | BR24

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Der Chef des Energiekonzerns RWE erhält einen Preis, den keiner haben möchte: den "Dinosaurier des Jahres".

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Dinosaurier des Jahres 2018: RWE erhält erneut Negativpreis

Mit dem Schmähpreis "Dinosaurier des Jahres" kritisiert der Naturschutzbund Deutschland ein "besonders rückschrittliches Engagement in Sachen Natur- und Umweltschutz". Mal wieder geht der Negativpreis an RWE – dieses Mal wegen des Hambacher Forsts.

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Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) hat dem Vorstandsvorsitzenden der RWE AG, Rolf Martin Schmitz, den "Dinosaurier des Jahres 2018" verliehen. "Während international auf Klimakonferenzen und national in der Kohlekommission um konkreten Klimaschutz gerungen wird, hat sich Herr Schmitz diesen Herbst mit seiner unzeitgemäßen Machtdemonstration im Streit um die Rodung des Hambacher Waldes selbst ins Abseits gestellt", begründet NABU-Präsident Olaf Tschimpke die Preisvergabe. Schmitz habe mit seinem Beharren, den Hambacher Forst zu roden, die ohnehin wütenden Debatten um den Klimaschutz zusätzlich angeheizt.

Massive Proteste um Waldstück im Hambacher Forst

Der Hambacher Forst wird seit 40 Jahren für den Tagebau Hambach gerodet. Um den letzten verbliebenen Teil des Waldes zu erhalten, wurde er immer wieder von Aktivisten besetzt. Seit am 13. September die Räumung angeordnet wurde, eskaliert der Konflikt zwischen Umweltschützern und Kohleindustrie. RWE-Chef Schmitz sagte damals, das Waldstück sei nicht zu retten. Die Fronten sind seitdem verhärtet. Bis heute dauern die teils gewalttätigen Proteste an. Die Abholzung des Walds wurde in einem Eilverfahren zwar gestoppt. Aber die endgültige Entscheidung, ob RWE im Hambacher Forst Kohle abbauen darf, steht noch aus.

Stimmungsmache gegen Kohlekommission und Umweltschutz

Ziel müsse stattdessen sein, den Menschen in den Kohleregionen Alternativen aufzuzeigen, mahnt NABU-Präsident Tschimpke. Mit der öffentlichen Stimmungsmache gegen Kohlekommission und Umweltschützer habe der RWE-Chef den Verhandlungen über einen Kohleausstieg geschadet.

Schmähpreis für RWE als Gesprächsangebot

Für den Essener Energiekonzern – der mit seinen Kohle-Kraftwerken zu den größten Luftverschmutzern Europas zählt – ist es bereits der dritte Umwelt-Dinosaurier. 2006 wurde der damalige RWE-Boss Harry Roels für den Antrag auf Laufzeitverlängerung für den Atomreaktor Biblis A zum "Dinosaurier des Jahres" gekürt. 2010 erhielt sein Nachfolger Jürgen Großmann den Negativ-Preis für die Aufkündigung des Atomkonsenses in Deutschland und seine Lobbyarbeit für die Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke.

In einem Schreiben bezeichnete RWE-Chef Schmitz die Begründung des Negativ-Preises als verwunderlich. So sei etwa die Energiewirtschaft der einzige Sektor Deutschlands, der die Klimaschutzziele erreichen werde. Für Gespräche stehe Schmitz bereit. Hierbei sollten Fakten im Vordergrund stehen, schreibt er. "Und nicht so sehr die öffentlichkeitswirksame Inszenierung." Wann es zum Dialog zwischen dem NABU-Präsidenten und dem RWE-Vorstandsvorsitzenden kommt, ist noch nicht bekannt.

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Mit dem Schmähpreis "Dinosaurier des Jahres" kritisiert der Naturschutzbund Deutschland ein "besonders rückschrittliches Engagement in Sachen Natur- und Umweltschutz". Mal wieder geht der Negativpreis an RWE - dieses Mal wegen des Hambacher Forsts.