BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© dpa-Bildfunk/Friso Gentsch
Bildrechte: dpa-Bildfunk/Friso Gentsch

Grundschülerinnen am Computer (Symbolbild)

8
Per Mail sharen

    Digitalisierung an Schulen: Lehrer fürchten zu viel Datenschutz

    Der Deutsche Lehrerverband will Schulen den Einsatz digitaler Tools kommerzieller Anbieter erlauben und warnt davor, sie aus Datenschutzgründen zu verbieten. Der saarländische Ministerpräsident Hans fordert deshalb einen "Datenschutzgipfel".

    8
    Per Mail sharen
    Von
    • BR24 Redaktion

    Der Deutsche Lehrerverband warnt davor, Schulen aus Datenschutzgründen die Nutzung digitaler Werkzeuge von kommerziellen Anbietern zu verbieten. "Datenschutz ist natürlich sehr wichtig, er sollte aber zu keiner grundsätzlichen Gefährdung des Bildungsauftrags führen", sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

    Viele Schulen hätten etwa für Videokonferenzen auf Microsoft Teams zurückgegriffen, als sie wegen der Corona-Pandemie auf Distanzunterricht umstellen mussten. Inzwischen seien die Lernplattformen der Länder zwar nachgerüstet, aber in Teams hätten sich bereits mehrere Zehntausend Lehrkräfte eingearbeitet.

    Mehrheit der Datenschutzbeauftragten gegen "Teams"-Einsatz

    Eine knappe Mehrheit von Datenschutzbeauftragten hatte sich auf der Datenschutzkonferenz von Bund und Ländern im vergangenen Jahr gegen den Einsatz der Microsoft-Software ausgesprochen, weil die Server in den USA stünden. "Es ist in der jetzigen Situation schwierig und problematisch, wenn man den Schulen jetzt ein bewährtes Arbeitsmittel wegnimmt wegen einer eher abstrakten Gefahr, ohne ihnen ein gleichwertiges alternatives System anzubieten", sagte Meidinger. Er forderte eine Verlängerung der Übergangsfristen, solange die Gefahr bestehe, dass die Schulen wieder in den Distanzunterricht müssten.

    Hans fordert Datenschutzgipfel

    Ähnlich äußerte sich der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU). Der Datenschutz sei sehr wichtig, aber man könne ihn nicht über alles stellen. Datenschutzrechtliche Regelungen hemmten die Digitalisierung der Schulen. "Im Gegensatz zu unseren Nachbarländern hält uns der Datenschutz in Deutschland davon ab, Standardsoftware einzusetzen", kritisierte der saarländische Regierungschef.

    Er forderte einen Datenschutzgipfel von Bund und Ländern, um eine schnelle Digitalisierung der Schulen zu erreichen - "auch mit der Software, die auf dem Markt zur Verfügung steht".

    "Darüber spricht Bayern": Der BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick - kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht's zur Anmeldung!