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Mit einem fälschungssicheren Impfpass, etwa auf dem Smartphone, sollen die Bürger wieder zu mehr Erleichterungen in der Corona-Pandemie gelangen.

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Digitaler Impfnachweis: Das ist geplant

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) drängt auf einen digitalen Impfnachweis. Der soll vor Fälschungen schützen. Verschiedene Projekte dazu laufen, aber einige Fragen sind noch offen.

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Von
  • Björn Dake

Für Geimpfte und Genese kommt der Alltag langsam zurück. Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen fallen, Einkäufe und Reisen ohne Tests sind möglich. Geimpfte müssen dafür zum Beispiel ihren gelben Impfpass vorzeigen. Die Polizei hat dabei aber schon einige Fälschungen entdeckt.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann verlangt deshalb, dass der Bund oder die EU rasch einen digitalen Nachweis einführt. In einem Interview sagt er: "Es ist höchste Zeit, dass bald ein elektronischer Impfausweis zur Verfügung steht, der fälschungssicher ist."

Bund arbeitet an Update für Warn-App

Die Bundesregierung arbeitet an zwei Lösungen. Da ist zum einen die Corona-Warn-App. Mit einem der nächsten Updates soll hier ein digitaler Impfnachweis integriert werden. Für viele Menschen dürfte das die komfortabelste Lösung sein, denn die App wurde schon 27,5 Millionen Mal heruntergeladen.

Zum anderen arbeitet ein Team unter der Führung des amerikanischen Technologiekonzerns IBM an einer neuen App mit dem Namen "CovPass". Dort soll nicht nur der Impfstatus hinterlegt werden können, sondern auch offizielle negative Corona-Testergebnisse oder der Nachweis über eine überstandene Corona-Erkrankung.

Neue App soll auch auf älteren Smartphones laufen

Wie von der Bundesregierung zu hören ist, soll "CovPass" auch auf älteren Smartphones laufen. Älter bedeutet in diesem Fall: Bei Apple wird das Betriebssystem iOS 12 vorausgesetzt, also ab iPhone 5s. Bei Android-Smartphones läuft die App ab Version 6, die im Herbst 2015 auf den Markt kam.

Es ist geplant, dass mehrere Impfnachweise, zum Beispiel von einer Familie, gemeinsam auf einem Smartphone gespeichert werden können. Bei einer Kontrolle am Flughafen, im Geschäft oder im Biergarten werden Name, Geburtsdatum und der Status "grün" oder "rot" angezeigt.

Ob das grüne Signal für den Zugang durch einen negativen Corona-Test, eine überstandene Corona-Erkrankung oder eine vollständige Impfung zustande kommt, ist nicht zu erkennen. Wer kein Smartphone besitzt, kann seinen Impfnachweis mit dem QR-Code ausdrucken.

Hausärzte und Digitalexpertin zweifeln Zeitplan an

Hausärzte bezweifeln, dass die Pläne der Bundesregierung bis Ende Juni umgesetzt werden können. Ulrich Weigeldt vom Deutschen Hausärzteverband spricht in der "Augsburger Allgemeinen" von "bürokratischen Vorgaben und leidvollen Verkomplizierungen".

Auch die Linken-Digitalpolitikerin Anke Domscheit-Berg ist skeptisch. Die Hürden, einen digitalen Impfpass sicher in zwei Monaten hinzubekommen, seien zu hoch. Sie stellt außerdem die Frage, wer die schon erfolgten Impfungen im digitalen Impfausweis nachträgt.

Der Hausärzteverband warnt davor, den Praxen weitere Bürokratie aufzuerlegen. Der gelbe Impfpass der Weltgesundheitsorganisation müsse auf jeden Fall weiter als Impfnachweis gelten.

EU und Nachbarländer entwickeln auch digitalen Impfpass

Während die EU für Ende Juni einen sogenannten "Grünen Pass" zum Nachweis einer vollständigen Impfung angekündigt hat, arbeiten verschiedene europäische Länder an eigenen Lösungen. Österreich will Anfang Juni einen entsprechenden digitalen Nachweis einführen. Großbritannien plant ihn schon für kommenden Montag.

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Die wichtigsten Daten zu den Covid-19-Impfstoffen

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Die Geimpften im Landkreis Ebersberg sollen schon bald einfacher wieder ihrem normalen Leben nachgehen können - mit einem digitalen Impfpass fürs Handy, den eine private Firma entwickelt hat und der als Vorbild für andere Kommunen dienen könnte.

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