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Bildrechte: picture alliance/dpa | Michael Kappeler

Die Corona-Impfungen sollen bald auf dem Handy nachweisbar sein. Bis Ende Juni soll das digitale Zertifikat, der sogenannte CovPass laut Bundesgesundheitsminister Spahn allen Geimpften zur Verfügung stehen.

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Digitaler Corona-Impfpass: Einführung dauert mehrere Wochen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat am Mittag den Startschuss für den digitalen Corona-Impfpass gegeben. Geimpfte werden sich laut Spahn zum Teil aber noch bis Ende Juni gedulden müssen, bis sie den Nachweis nutzen können.

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Von
  • Petr Jerabek

Von heute an kann die CovPass-App aufs Smartphone geladen werden - die ab Montag wie auch die Corona-Warn-App die Möglichkeit bieten soll, eine vollständige Corona-Impfung digital nachzuweisen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte in Berlin, nach erfolgreichen Tests beginne diese Woche das Roll-Out des digitalen Impfpasses. "Es geht jetzt los."

Spahn: Impfzentren, Arztpraxen und Apotheken nach und nach dabei

Schritt für Schritt würden nun Impfzentren, Arztpraxen und Apotheken an das System angeschlossen. "Aber nicht alle sind heute oder morgen schon angeschlossen", stellte Spahn klar. "Es werden nicht gleich sofort alle sein können."

Dem Minister zufolge werden "innerhalb der nächsten Wochen" alle dabei sein. Ziel sei, dass bis Ende Juni der CovPass für alle Interessierten in Deutschland zur Verfügung stehe. Spahn betonte daher, es sollten nicht gleich am Montag alle Geimpften in die Arztpraxen und Apotheken laufen. Wer den Nachweis nicht jetzt schon dringend brauche, solle lieber noch zwei Wochen warten.

Weitere Funktionen folgen in den nächsten Wochen

Auch das nachträgliche Erstellen eines digitalen Nachweises beginne schrittweise. Viele Bundesländer wollten in diesen Tagen beginnen, an die in den Impfzentren Geimpften per Post einen QR-Code zu verschicken. Dieser lässt sich dann mit dem Smartphone einscannen.

In den nächsten Wochen sollen laut Spahn dann auch Informationen zu einer überstandenen Corona-Infektion und zu Tests auf dem Handy gespeichert werden können.

Zwei Apps zur Auswahl: CovPass-App und Corona-Warn-App

Wer bereits die aktuelle Version der Corona-Warn-App auf dem Smartphone hat, braucht für den digitalen Impfausweis keine weitere App. Wer ausschließlich seine Impfung nachweisen und keine weiteren Funktionen möchte, kann die neue CovPass-App installieren. Es gebe also zwei Möglichkeiten, sagte Spahn. "Und für diejenigen, die kotrollieren müssen , in den Restaurants zum Beispiel oder im Einzelhandel, gibt’s eine App, die es dann möglich macht, die entsprechenden Zertifikate zu lesen und zu verifizieren."

Nachweis soll europaweit gelten

Der digitale Impfnachweis sei eine neues Werkzeug, das "das Impfen noch attraktiver mache. "Denn mit Impfen schützt man sich und schützt man andere, aber Impfen erlaubt eben auch wieder mehr Freiheiten, gibt mehr Möglichkeiten." Der gelbe Impfpass behalte dabei als Nachweis weiterhin seine Gültigkeit, erläuterte der Minister. Zusätzliche gebe es nun aber den digitalen Impfpass.

Geplant sei, dass der CovPass ab Juli auch EU-weit als Impf-Nachweis genutzt werden könne. Dafür seien auf europäischer Ebene gemeinsame Standards festgelegt worden. Voraussetzung sei, dass die europäischen Mitgliedstaaten jetzt schnell mitziehen. "Das Ziel ist aber, dass auch in Helsinki, Amsterdam oder auf Mallorca genau dieses Impfzertifikat auch gelesen werden kann", sagte Spahn. Damit setze die Europäische Union "auch Standards für den internationalen Reiseverkehr".

Spahn: "Sehr ermutigende Entwicklung"

24 Prozent der Deutschen sind laut Robert-Koch-Institut (RKI) schon vollständig geimpft, 47 Prozent der Bundesbürger haben mindestens die erste von zwei Impfdosen erhalten. "Die Impfzahlen steigen weiter, auch mit guter Geschwindigkeit", betonte Spahn. Zudem gebe es auf den Intensivstationen immer weniger Corona-Patienten, auch die Infektionszahlen gingen deutlich runter. Das sei eine sehr gute und sehr ermutigende Entwicklung. "Sie sehen einen zufriedenen Bundesminister für Gesundheit", sagte er. Es gehe aber weiterhin darum, das Erreichte auch abzusichern. Je mehr die Corona-Zahlen gesenkt würden, "desto weniger geben wir Mutationen die Chance, sich zu verbreiten". Dabei helfe das Testen und das Impfen.

RKI-Chef Lothar Wieler erläuterte, kein einziger Landkreis in Deutschland habe noch eine 7-Tage-Inzidenz über 100. Zwölf seien noch über 50, ins 96 Kreisen sei die Inzidenz bereits niedriger als 10. Trotzdem sei die Pandemie "leider noch nicht vorbei", die Corona-Fallzahlen seien noch immer vergleichsweise hoch, noch immer gebe es Ausbrüche in Alten- und Pflegeheimen.

Verband sieht Bayerns Apotheken gerüstet

Der Vorsitzende des Bayerischen Apothekerverbandes, Hans-Peter Hubmann, blickt zuversichtlich auf den Start des digitalen Impfpasses am Montag. "Ich glaube daran, dass das gut funktionieren wird." Viele Apotheken seien bereit, den digitalen Impfpass ab Montag auszustellen. Laut Hubmann haben sich etwa 70 Prozent der bayerischen Apotheken für das neue System registriert. Welche Apotheken diesen Service anbieten, lässt sich über die Internetseite www.mein-apothekenmanager.de herausfinden. Wie Spahn bittet aber auch Hubmann um Geduld: Zum Starttermin am Montag seien vielleicht noch nicht alle interessierten Apotheken in Bayern bereit.

Kritik des Hausärzteverbands

Der Deutsche Hausärzteverband kritisierte den digitalen Impfpass als unausgegoren. "Der 'CovPass' ist ein erneutes Beispiel dafür, wie Projekte erst jahrelang verschlafen und dann plötzlich übers Knie gebrochen werden", sagte der Verbandsvorsitzende Ulrich Weigeldt den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Vor drei Jahren haben wir bereits einen digitalen Impfnachweis gefordert, damals war nichts passiert." Nun werde mit der heißen Nadel eine Zwischenlösung gestrickt, die viele Fragen offen lasse.

(Mit Material von AFP und dpa)

Im Video: Spahn gibt Startschuss für digitalen Corona-Impfpass - das BR24Live

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Das BR24Live in voller Länge: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat den Startschuss für den digitalen Corona-Impfpass gegeben. Geimpfte werden sich laut Spahn zum Teil aber noch bis Ende Juni gedulden müssen, bis sie den Nachweis nutzen können.

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