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Greenpeace zu Diesel-Katastrophe: Langfristige Umwelt-Schäden | BR24

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21.000 Tonnen Dieselkraftstoff sind durch ein Leck im Tank eines Kraftwerks in Sibirien ausgetreten. Was das für die Böden und für Flora und Fauna bedeutet, erklärt Christian Bussau, Leiter der Abteilung Meere bei Greenpeace Deutschland.

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Greenpeace zu Diesel-Katastrophe: Langfristige Umwelt-Schäden

21.000 Tonnen Dieselkraftstoff sind durch ein Leck im Tank eines Kraftwerks in Sibirien ausgetreten. Was das für die Böden und für Flora und Fauna bedeutet, erklärt Christian Bussau, Leiter der Abteilung Meere bei Greenpeace Deutschland.

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Nach der Ölpest in Sibirien, bei der 21.000 Tonnen Diesel durch einen beschädigten Tank eines Kraftwerks ausgetreten sind, befürchtet Greenpeace "langfristige schlimme Schäden an der Umwelt". Der Meeresexperte Christian Bussau sagte im Interview mit der Bayern 2-radioWelt:

"Wenn so viel Dieselkraftstoff austritt, ist man leider nicht in der Lage, das wieder komplett rauszuholen aus der Natur, sondern ein Großteil dieser Chemikalien bleibt in der Natur drin." Christian Bussau, Meeresexperte bei Greenpeace Deutschland

Diesel-Katastrophe mit schwerwiegenden Folgen für Mensch und Tier

Die zum Teil krebserregenden Stoffe könnten auch Auswirkungen auf tierische Lebensmittel haben.

"Das Gift kommt in die Nahrungskette, und man kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausschließen, dass wir hier Schäden haben, wo zum Beispiel der Fischfang in der Region unmöglich wird aufgrund der Vergiftung der Fische." Christian Bussau, Meeresexperte bei Greenpeace Deutschland

Christian Bussau würdigt die Bemühungen Russlands, die Folgen der Katastrophe zu begrenzen, aber: "Nur einen Bruchteil des Diesels wird man wieder aufnehmen." Direkte Auswirkungen auf Deutschland sieht der Experte nicht.

Unter Umständen grob fahrlässig

Bussau weist dem Kraftwerksbetreiber eine große Verantwortung an der Katastrophe zu. An dem über 50 Jahre alten Kraftwerk habe es schon länger Mängel gegeben:

"Ein alter Tank, wo Mängel nicht beseitigt wurden, das könnte unter Umständen grob fahrlässig sein." Christian Bussau, Meeresexperte bei Greenpeace Deutschland
© picture-alliance/dpa

Meeresbiologe und Greenpeace-Experte Christian Bussau

Diesel-Katastrophe: Wasserweg führt in den Arktischen Ozean

Russlands Präsident Wladimir Putin hatte für das betroffene Gebiet den Notstand ausgerufen und Eindämmungsmaßnahmen angeordnet. Die Staatsanwaltschaft leitete ein Ermittlungsverfahren ein. Das ausgelaufene Mineralöl hat bereits Wasserläufe in der kaum an das Verkehrsnetz angebundenen Region verseucht. In den Fluss Ambarnaja wurden Baumstämme gelegt, um es zurückzuhalten. Der Fluss fließt in einen See, aus dem ein anderer Fluss in den Arktischen Ozean führt.

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