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Energie und Lebensmittel: Deutschlands Lager sind voll | BR24

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Die Signale des Einzelhandels sind eindeutig: Die Versorgung mit Lebensmitteln und anderen wichtigen Gütern ist gesichert. Hamsterkäufe seien grundlos. Und selbst wenn sich die Corona-Krise deutlich ausweiten sollte, ist Deutschland gut gerüstet.

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Energie und Lebensmittel: Deutschlands Lager sind voll

Die Signale des Einzelhandels sind eindeutig: Die Versorgung mit Lebensmitteln und anderen wichtigen Gütern ist gesichert. Hamsterkäufe seien grundlos. Und selbst wenn sich die Corona-Krise deutlich ausweiten sollte, ist Deutschland gut gerüstet.

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Am Jungfernstieg in Hamburg, direkt an der feinen Binnenalster, sitzen diejenigen, die die Versorgung Deutschlands mit Otto-Kraftstoffen, Diesel, Öl, Gas und Kerosin im Blick haben – der Erdölbevorratungsverband (EBV). Der Verband ist seit 1978 per Gesetz dazu verpflichtet, sicherzustellen, dass sich Deutschland "im Krisenfall" für eine gewisse Zeit unabhängig und ohne weitere Importe mit Energie versorgen kann. 1998 wurde dieser Zeitraum auf 90 Tage festgelegt.

Energiereserven für 90 Tage auf das gesamte Bundesgebiet verteilt

Die Oberaufsicht hat das Bundeswirtschaftsministerium, das durch eine Verordnung die bundesweit dezentral gelagerten Kraftstoffe freigeben kann. Über einen Zeitraum von 15 Tagen müssen diese Vorräte bei Bedarf sofort zur Verfügung stehen. Die Lagerung von Diesel, Benzin und Co. ist über das gesamte Bundesgebiet in fünf Regionen verteilt.

Vorräte zuletzt 2018 beim Rhein-Niedrigwasser "angezapft"

Zuletzt vorgekommen ist ein Rückgriff auf diese Reserven im Herbst 2018, als wegen des Niedrigwassers auf dem Rhein der Binnenschiffsverkehr und damit der Kraftstoff-Nachschub in Teilen Deutschlands teilweise zum Erliegen gekommen war. Aktuell gibt es nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums keine Pläne, auf diese Energie-Vorräte zurückzugreifen: "Im Moment verzeichnen wir weltweit eher eine sinkende Nachfrage und es gibt keine Anzeichen für Lieferengpässe. Die Versorgungssicherheit in Deutschland ist nicht berührt."

Auch Getreide und weitere Lebensmittel lagern in großen Mengen

Auf den sehr unwahrscheinlichen Fall einer Lebensmittelkrise wäre der Bund ebenfalls vorbereitet. An bundesweit 150 geheim gehaltenen Orten lagerten nach Angaben der zuständigen Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung zum 31. Dezember 2019 "jederzeit verfügbar" fast 800.000 Tonnen Weizen, Roggen und Hafer ("Bundesreserve Getreide"), außerdem rund 125.000 Tonnen Reis und Hülsenfrüchte ("Zivile Notfallreserve"). Hinzu kamen etwa 4.700 Tonnen Kondensmilch. Diese Bestände würden im Ernstfall mehrere Wochen reichen.

Allerdings hat Deutschland aus Krisengründen noch nie auf diese staatlichen Nahrungsmittelvorräte zurückgreifen müssen. Einzig 1999 über Ostern lieferte die Bundesrepublik einige hundert Tonnen Linsen, Erbsen und Reis ins Kosovo. Dort waren im Zuge der Balkan-Kriege innerhalb kürzester Zeit viele Flüchtlinge angekommen.

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