BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

NEU

Die Sorgen der Abhängigen: Israels Blick auf die US-Wahlen | BR24

© pa/dpa/Uta Poss

Die Sorgen der Abhängigen: Israels Blick auf die US-Wahlen

13
Per Mail sharen

    Die Sorgen der Abhängigen: Israels Blick auf die US-Wahlen

    Für Israel ist Amerika der wichtigste Partner. Dementsprechend aufmerksam beobachtet man dort auch die US-Wahlen. Das aber nicht unparteiisch, sondern die Stimmung ist pro Republikaner.

    13
    Per Mail sharen

    Es sind mittlerweile vertraute Bilder. Donald Trump sitzt im Oval Office und macht Nahostpolitik – manchmal im Beisein von Benjamin Netanjahu, aber inhaltlich immer Sinne des israelischen Ministerpräsidenten. So war es bei der Anerkennung des ungeteilten Jerusalems als Hauptstadt Israels, so war es bei der Aufkündigung des Iran-Nuklear-Deals, bei der Anerkennung des israelischen Anspruchs auf die Golanhöhen, bei der Vorstellung des US-Friedensplans für die Region und nun auch bei der Verkündung der Einigung zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten auf diplomatische Beziehungen.

    Trump ist "bester Freund Israels"

    Trump ist Israel wohl gesonnen und Benjamin Netanjahu weiß, wie man sich bedankt. Trump sei der beste Freund, den Israel jemals im Weißen Haus hatte, sagt er. Das sehen viele Israelis ähnlich wie ihr Premierminister.

    Waren Trumps Entscheidungen ausnahmslos gut für Israel? Für den Politikwissenschaftler Chuck Freilich ist diese Frage nicht eindeutig zu beantworten. Chuck Freilich war unter anderem stellvertretender nationaler Sicherheitsberater der israelischen Regierung. Zum Teil hätte Trumps Nahostpolitik symbolischen Charakter, sagt er. Trumps Bilanz sei sehr gemischt.

    Gemischte Bilanz der USA-Politik für Israel

    Gut für Israel war seiner Einschätzung nach etwa die Anerkennung Jerusalems und der Golan-Höhen und die harte Linie gegenüber dem Iran. Sein Friedensplan dagegen sei unrealistisch gewesen und was den Iran angehe, sei das Verhängen von Sanktionen zwar richtig gewesen, das sei aber nur ein Teil einer politische Linie, es hätte mehr folgen müssen, so Freilich.

    USA-Wahlkampf wichtig für Israel

    In Israel wird der US-Wahlkampf intensiv verfolgt. Zu keinem anderen Land hat der jüdische Staat so enge Beziehungen und von keinem wird er so unterstützt. Allein die Militärhilfe beläuft sich auf rund 3,8 Milliarden Dollar – jährlich. Wer also in den USA regiert, ist für Israel von großer Bedeutung.

    Die Abhängigkeiten sind enorm, betont Chuck Freilich. Nur wenige Themen seien von so fundamentaler Bedeutung für Israels nationale Sicherheit wie die Beziehung zu den USA. – diplomatisch und militärisch. Man könne sogar fragen, ob Israel ohne die Vereinigten Staaten überhaupt überleben könnte.

    Israelische Medien berichten intensiv über US-Wahlkampf

    Israelische Medien berichten bereits jetzt umfassend über den US-Wahlkampf und beleuchten dabei immer wieder, wie dieser oder jener Kandidat zu Israel steht. Berichtet wird dabei nicht nur über die Bewerber um die Präsidentschaft oder vorher diejenigen, die sich um die Kandidatur bewarben, sondern auch über Kongressabgeordnete und ihre Positionen zu Fragen, die für Israel wichtig sind.

    Dass für die US-Demokraten nun nicht der israelkritische Bernie Sanders antritt, der vorschlug die Militärhilfe an Bedingungen zu knüpfen, sondern Joe Biden, wurde in israelischen Regierungskreisen mit Erleichterung aufgenommen.

    Israel steht mehr auf Seiten der Republikaner

    Insgesamt könnte das Verhältnis der israelischen Regierung zu den US-Demokraten aber besser sein, glaubt Analyst Freilich. Israel hat sich aus seiner Sicht zu sehr an Donald Trump gebunden. Die Unterstützung für Israel auf demokratischer Seite ist seit zwei Jahren im freien Fall. Ein Grundsatz in den US-israelischen Beziehungen war immer, dass Israel unparteiisch war, von beiden Lagern unterstützt wurde. Heute sind wir parteiisch zugunsten der Republikaner. Das muss sich ändern.

    In Israel leben auch viele Bürger, die aus den USA stammen und dort wahlberechtigt sind. US-Republikaner und Demokraten haben beide Auslandsorganisationen, die in Israel Wahlkampf machen und berichten, die Motivation zur Stimmabgabe sei hoch.

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!