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Die Post macht Autobauern Konkurrenz | BR24

© pa / dpa / Hendrik Schmidt

Ein Streetscooter der Post wird aufgeladen

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    Die Post macht Autobauern Konkurrenz

    Die Deutsche Post geht auf Konfrontationskurs zu den großen Autoherstellern. Der Logistiker baut ein zweites Werk für seinen Elektrolieferwagen "Streetscooter" - und will damit die Produktion nicht nur für den Eigenbedarf deutlich ausweiten.

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    Der Konzern verkaufe "seine bislang für den Postbetrieb und Lieferverkehr optimierten eigenen E-Fahrzeuge ab sofort auch an Dritte", teilte die Deutsche Post mit.

    2.500 Elektro-Scooter bei der Post

    "Wir werden in Nordrhein-Westfalen eine zweite Fabrik für den Streetscooter aufbauen, die noch dieses Jahr starten soll", sagte der für das Paketgeschäft zuständige Vorstand, Jürgen Gerdes, der bundesweit 2.500 Scooter einsetzt, der "Rheinischen Post". Die Produktionskapazität solle noch in diesem Jahr von 10.000 auf 20.000 verdoppelt werden.

    Gerdes ist bei der Deutschen Post verantwortlich für das Start-up Streetscooter, das die E-Lieferwagen entwickelt hat und seit 2014 der Post gehört. Bislang arbeiten etwa 200 Menschen in Produktion und Entwicklung des Streetscooters, nun sollen einige hundert neue Jobs dazu kommen.

    Die Etablierten im Hintertreffen

    Die Pläne der Deutschen Post sind eine Kampfansage an Deutschlands etablierte Autobauer. Die sind in Sachen Elektro-Lieferwagen noch nicht so weit. Volkswagen will im Herbst die ersten Elektro-Crafter erst einmal zur Erprobung an Kunden übergeben. Daimler will bis 2020 dem Paketdienst Hermes 1.500 Elektrotransporter der Reihen Vito und Sprinter liefern. Anfang 2018 soll es mit Pilot-Einsätzen losgehen.

    Fixer in Gelb

    Die Post ist da fixer. Schon in diesem Jahr soll jeder zweite Streetscooter an einen Nutzer außerhalb der Post gehen. Die Verträge seien unterschriftsreif, sagte ein Sprecher. Der Verkauf starte quasi jetzt.

    "Wir bleiben Motor der Elektromobilität und wollen Marktführer in der grünen Logistik werden." Jürgen Gerdes, zuständiger Vorstand

    Alternativen händeringend gesucht

    Handwerker und Lieferdienste warten nach Gerdes' Einschätzung angesichts drohender Fahrverbote in Städten wie Stuttgart händeringend auf Elektroalternativen. Offenbar ist die Nachfrage so hoch, dass Post und Streetscooter sogar schon über ein drittes Werk nachdenken.