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Die Hetzschrift ist ein Hit | BR24

© dpa/pa/Alexander Heinl

Ein Exemplar der Originalausgabe der Hetzschrift "Mein Kampf".

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    Die Hetzschrift ist ein Hit

    Die kritische "Mein Kampf"-Ausgabe des Instituts für Zeitgeschichte (IfZ) wird zum Bestseller. Seit Erscheinen des Buches Anfang Januar wurde es bereits rund 24.000 Mal verkauft. Derzeit wird schon die dritte Auflage in den Handel gebracht.

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    Vorab sei es schwer abzuschätzen gewesen, wie so ein "spezieller Titel" angenommen werden würde - schließlich habe das Buch 2.000 Seiten und mehr als 3.500 Fußnoten, teilte das Institut für Zeitgeschichte (IFZ) mit. Außerdem verzichtete das Institut auf das sonst gängige Marketing.

    Kritik und Lob

    Kritiker befürchten, rechtsextremes Gedankengut könnte dadurch verbreitet werden. Unter anderem gab es heftigen Widerstand von Charlotte Knobloch, der Vorsitzenden der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern. Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, dagegen, hielt die Veröffentlichung der kritisch kommentierten Gesamtausgabe von Hitlers "Mein Kampf" für sinnvoll. Das Institut rechtfertige sich: Dass "Mein Kampf" nun ohne urheberrechtliche Einschränkung publiziert werden könne, habe die kritisch kommentierte Edition geradezu zwingend erforderlich gemacht, sagte der Direktor des Instituts für Zeitgeschichte, Andreas Wirsching.

    Kein Propaganda-Buch

    Der anfänglichen Furcht, das Buch könne als Propaganda für die rechte Szene genutzt werden, teilen die Wissenschaftler des IfZ nicht. Die bisher gewonnenen Erkenntnisse seien durchweg positiv: 

    "Aus Buchläden haben wir viel Feedback bekommen, dass die Leser hauptsächlich historisch und politisch interessierte Menschen sind. Es gibt keine Informationen, keinerlei Hinweise, dass das Werk vermehrt von einschlägigen rechten Gruppen gekauft wird. Wobei ein Neonazi auch kein Vergnügen daran haben dürfte, es zu lesen. Insofern sollte es ruhig von ihnen gelesen werden."IfZ-Sprecherin