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Die Furcht vor Stillstand und Rückschritt | BR24

© ARD

Parlamentswahlen in Marokko

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    Die Furcht vor Stillstand und Rückschritt

    Frauen und Männer sind in Marokko seit 2011 laut Verfassung gleichberechtigt - doch die Realität sieht anders aus. Wenn sich die islamisch-konservative Partei PJD bei den Parlamentswahlen erneut durchsetzt, wird sich daran wohl nichts ändern.

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    Die islamisch-konservative Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (PJD) möchte ihren Erfolg von 2011 bei den Parlamentswahlen in Marokko wiederholen. Frauen-Gruppen im Königreich sehen das anders. Frauen-Verbände werfen der PJD vor, mit einem rückständigen Frauenbild für Stillstand zu sorgen. Obwohl Frauen und Männer in Marokko seit 2011 laut Verfassung gleichberechtigt sind, wird das Gesetz bisher nicht wirklich umgesetzt.

    Frauenrechtlerin vertraut nur dem König

    Ähnlich sieht es Aicha Ech-Chenna. Die 76-jährige Frauenrechtlerin ist marokkoweit bekannt, sie kämpft seit über 30 Jahren für unverheiratete Mütter. Mädchen und Frauen, die in Marokko unverheiratet schwanger werden, haben ein großes Problem. Sie haben die Familienehre beschmutzt, werden oft von ihren Familien verstoßen. Vom Staat im Stich gelassen.

    In ihrer Nichtregierungsorganisation "Frauensolidarität" bietet Aicha Ech-Chenna Frauen und ihren Kindern Schutz und Hilfe an. Vertrauen hat Ech-Chenna lediglich in den König. Vor allem von der gemäßigt islamistischen Regierungspartei verspricht sie sich wenig.

    "Es sind Islamisten… sie werden nichts ändern. Sie sagen, sie machen positive Dinge. Aber sie reden überhaupt nicht über die unverheirateten Mütter. Im besten Fall bleiben sie einfach stumm, wenn man es nett ausdrücken will. Ich warte auf eine wirkliche Regierung, die tatsächlich regiert. Und ein Parlament, das wirklich dem Volk zuhört und auf die Probleme antwortet, die einfach existieren. Ich habe das Gefühl, es sind vor allem die sozialen Dinge, die die Politiker einfach nicht angepackt haben." Aicha Ech-Chenna