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Die Angst vor dem "Sommer-Ischgl" in Österreich | BR24

© picture-alliance/Martin Siepmann

Mit den Touristen kommt die Angst vor einem neuen Superspreader-Event wie im Skiort Ischgl

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    Die Angst vor dem "Sommer-Ischgl" in Österreich

    Österreich verzeichnet wieder mehr Touristen, in manchen Urlaubsorten drängen sich Menschen vor den Lokalen, die Sorge vor einem neuen Corona-Hotspot wächst. Ein Bundesland verhängt bereits aus Vorsicht eine besondere Maskenpflicht.

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    Après-Ski, dichtes Gedränge, Touristen aus verschiedenen Ländern auf engem Raum: Im Februar und März wurde der österreichische Skiort Ischgl zu einem Hotspot des europäischen Corona-Infektionsgeschehens. Auf die steigenden Fallzahlen im Land reagierte die Regierung in Wien schließlich mit Beschränkungen, schloss Gaststätten und Geschäfte, führte eine Maskenpflicht ein - und lockerte die Maßnahmen wieder, nachdem die Infektionszahlen gesunken waren.

    Mit den Besucherzahlen wächst die Angst

    Nun aber wächst angesichts steigender Besucherzahlen die Sorge, dass sich das Virus erneut ausbreiten könnte. So hat das bei Urlaubern beliebte Bundesland Kärnten angekündigt, künftig eine abendliche Maskenpflicht in Tourismus-Hotspots zu verhängen. An stark besuchten Orten wie Velden oder dem Wörthersee muss dann im öffentlichen Raum jede Nacht von 21 Uhr bis 2 Uhr ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden.

    "Velden soll nicht zum Sommer-Ischgl werden", sagte Tourismus-Landesminister Sebastian Schuschnig (ÖVP) gegenüber Medien. Die Verordnung werde noch ausgearbeitet und solle am Freitag in Kraft treten, kündigte die Landesregierung an.

    Gastronomen in Kärnten sorgen sich vor Ansteckungen

    Das für seine Seen bekannte Bundesland mit rund 560.000 Einwohnern meldet zwar aktuell nur 14 Corona-Fälle, verzeichnet seit Mai aber immer mehr Touristen. Das sorgt seit Wochen für Sorgen. Gastronomen berichteten im ORF, dass sich der Andrang langsam kaum noch bewältigen lasse. Die Platzzahl in den Lokalen ist beschränkt - doch die Gruppen vor den Gaststätten und Bars seien kaum zu kontrollieren. Mit den Sommerferien dürfte sich das Problem noch verschärfen.

    Appelle hätten nicht ausgereicht, um Ansammlungen ohne Abstands- und Hygienemaßnahmen zu verhindern, sagte Schuschnig nun. Sowohl die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden als auch die Vertreter der Gastronomie stünden hinter dem Plan.

    Maskenpflicht teilweise wieder eingeführt

    Bereits gestern war auch für Oberösterreich die Wiedereinführung der Maskenpflicht angekündigt worden. Von Donnerstag an müssen die Bürger dort wieder einen Mund-Nasen-Schutz unter anderem beim Betreten von Läden und in Lokalen auf dem Weg zum Tisch tragen. Das Bundesland verzeichnete nach einem regionalen Ausbruch rund um Linz einen deutlichen Anstieg an Infektionen. Das führte auch dazu, dass am Montag erstmals seit Mai wieder mehr als 1.000 akut Infizierte in Österreich gemeldet wurden. Aktuell zählen die Behörden rund 1.100 Erkrankte im ganzen Land.

    Regierung versichert: Lage unter Kontrolle

    Von der Regierung in Wien kommen dennoch beruhigende Töne. Zwar sprach sie für mehrere Länder Reisewarnungen aus, insgesamt sei die Situation in dem Land aber weiter unter Kontrolle. Mit Oberösterreich und Wien seien nur zwei von neun Bundesländern von steigenden Infektionszahlen betroffen, sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober.

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