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Die aktuelle Corona-Lage in Kroatien, Spanien und Italien | BR24

© dpa-Bildfunk

Blick auf die Basilika der Jungfrau von Pilar in Saragossa in Spanien.

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    Die aktuelle Corona-Lage in Kroatien, Spanien und Italien

    Eine Reisewarnung für Teile von Kroatien und steigende Covid-19-Infektionszahlen in Spanien und Italien: Wie ist die Corona-Lage in diesen drei beliebten Urlaubsländern? ARD-Korrespondenten berichten hier das Wichtigste im Überblick.

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    Kroatien

    Zur Lage in den kroatischen Risikogebieten

    180.000 Touristen befinden sich derzeit in den als Risikogebiet eingestuften Gebieten im Süden Kroatiens, 30.000 davon sind Urlauber aus Deutschland. In den Städten und auf den Inseln der sogenannten "Gespanschaften" Šibenik-Knin und Split-Dalmatien ändert sich für Urlauber vorerst nichts. In Restaurants und Hotels gilt die Maskenpflicht weiterhin ausschließlich fürs Personal. Urlauber sollen sich an Abstandsgebote halten und müssen die Maskenpflicht in Geschäften beachten. Massenhaftes Abreisen deutscher Urlauber war auch nach der Einstufung als Risikogebiet nicht zu erwarten.

    Reisewarnung für Tourismusverband keine Überraschung

    Aus Sicht des kroatischen Tourismusverbandes kommt die partielle Reisewarnung nicht überraschend, denn seit Wochen tummeln sich viele Urlauber an den Küsten und auf den Inseln, vor allem Deutsche, Österreicher und Engländer. 70 Prozent der Betten sind ausgelastet, die Saison läuft deutlich besser als erwartet. Dass viele Touristen auch viele Neuinfektionen mit sich bringen, gab Kroatiens Premierminister Plenković auf einer Pressekonferenz offen zu. Man habe den Anstieg der Infektionszahlen als Risiko in Kauf genommen, um die Wirtschaft Kroatiens zu retten, so der Premier. Kroatiens Wirtschaft hängt zu über 25 Prozent vom Tourismus ab.

    Partysperrstunde ab Mitternacht

    Die Zahl von Neuinfektionen ist seit Wochen gestiegen, betroffen war zunächst vor allem die Hauptstadt Zagreb, zuletzt aber auch die beliebten Urlaubsregionen rund um Split und Šibenik. Während an den Stränden Abstände eingehalten werden können, wird es am Abend in den Straßen der Küsten- und Inselorte schon auch mal eng. Partys an Strandbars oder in Clubs fanden und finden statt. In der Region Split zum Beispiel durften Nachtschwärmer bis vor kurzem bis 2 Uhr in der Nacht feiern, erst seitdem Österreich eine Reisewarnung für ganz Kroatien erlassen hat, gilt im ganzen Land eine Partysperrstunde ab Mitternacht. Aus Sicht der kroatischen Behörden sind vor allem Strandpartys und große Feiern in den Clubs der Grund für den massiven Anstieg von Neuinfektionen.

    Spanien

    Rasanter Anstieg bei Neu-Infektionen

    Allen Bemühungen der Regierung zum Trotz, steigt die Zahl der Corona-Neuinfizierten in Spanien weiter im Eiltempo. 3.349 neue Fälle sind innerhalb von 24 Stunden dazugekommen (Stand 20.08.). Damit werden seit dem 10. Mai insgesamt fast 380.000 Corona-Fälle gezählt. Nicht im ganzen Land, aber doch in einigen Regionen, scheint die Situation außer Kontrolle zu geraten.

    Dramatische Lage um Madrid - gute Nachricht von Balearen

    Besonders dramatisch ist die Lage in der Region um die Hauptstadt Madrid – mehr als 1.000 Neuinfektionen wurden hier in den vergangenen 24 Stunden gemeldet. Im Baskenland 547 und in Aragón 352 – also nicht einmal halb so viele neue Fälle wie in Madrid. Eine gute Nachricht kommt von den Urlaubsinselgruppe der Balearen: Kein neuer Fall innerhalb von 24 Stunden. Auf den Kanaren hingegen – die einzige Region Spaniens, für die aktuell keine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes gilt – klettern die Zahlen weiter nach oben, wenn auch langsam. Das Infektionsgeschehen hält sich dort also noch in Grenzen.

    Im Fokus: Das Nachtleben und junge Leute

    Für die spanische Regierung ist klar: Vor allem im Nachtleben verbreitet sich das Coronavirus und vor allem unter jungen Menschen. Deshalb hat das Gesundheitsministerium vor einer Woche angeordnet, dass landesweit alle Diskotheken, Clubs und Cocktailbars schließen müssen. Einige Regionen, etwa Kastilien-La Manche, gehen noch weiter: Hier müssen ab Sonntag auch Bordelle und Hostessenclubs schließen, Essen und Trinken in öffentlichen Verkehrsmitteln wird verboten und alle Volksfeste abgesagt.

    Dazu kommt in ganz Spanien ein Rauchverbot im Freien, wenn man den Mindestabstand von zwei Metern zu anderen nicht einhalten kann. Allerdings hat ein Gericht in Madrid diese Verordnung für die Region am Freitag vorerst wieder kassiert. Eine Maskenpflicht im Freien gilt inzwischen in allen spanischen Regionen. Die Balearischen Inseln haben darüber hinaus organisierte Partys am helllichten Tag verboten. Auch Partyboote dürfen erst einmal nicht mehr auslaufen. Darüber hinaus erwägen einige Regionen lokal begrenzte Ausgangssperren.

    Italien

    Diskotheken bis 7. September geschlossen

    Die Ferienzeit mit Reisen und Festen am Strand macht sich auch in Italien bemerkbar: Die Neuinfektionen sind auch hier wieder angestiegen. Momentan infizieren sich in Italien so viele wie seit dem Lockdown nicht mehr. Der Unterschied zum Frühjahr: Die Menschen, die sich anstecken, sind im Durchschnitt jünger als damals. Die Regierung hat auf die steigenden Zahlen schon reagiert: Diskotheken müssen ab jetzt bis zum 7. September geschlossen bleiben. Ein Mund-Nasenschutz ist ab sofort abends und nachts auch draußen überall da Pflicht, wo sich Menschenansammlungen bilden. Denn momentan wird auf den Straßen der Städte oder am Strand oft gemeinsam getrunken und gefeiert.

    Quarantäne für Rumänien- und Bulgarien-Heimkehrer

    Außerdem hat Italien auch die Reiserückkehrer im Blick: Wer zum Beispiel in Nicht-Schengen-Ländern, etwa in Rumänien oder Bulgarien war, muss verpflichtend zwei Wochen in Quarantäne. Auch Menschen, die aus Spanien, Griechenland, Kroatien oder Malta einreisen, müssen einen aktuellen negativen Corona-Test vorlegen – oder innerhalb von 48 Stunden einen solchen Test machen. Bis zum Ergebnis unterliegen sie dann auch der Quarantäne-Pflicht.

    Wer über den Flughafen Fiumicino in Rom, Malpensa in Mailand und Linate in Mailand einreist, kann den Test gleich dort bei der Ankunft machen, sollte allerdings etwas Zeit mitbringen: Der Ansturm ist groß. Andere Flughäfen oder Seehäfen wollen nachziehen, momentan müssen Reiserückkehrer aber noch einen Test-Termin über eine Hotline der Gesundheitsbehörden vereinbaren. Die Region Latium hat auch Drive-In-Teststationen eingerichtet, ganz ähnlich der auf der Münchner Theresienwiese. Allerdings sind auch hier die Wartezeiten lang, teilweise bis zu fünf Stunden. Ganz grundsätzlich entscheiden in Italien der Hausarzt oder die Gesundheitsbehörde, ob eine Testung möglich und notwendig ist. Corona-Tests für alle wie in Bayern gibt es in Italien nicht.

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