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Symbolbild: Katholische Frauen laufen Sturm (aufgenommen beim Flashmob zum Weltfrauentag am 8.3.2019 in München)
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Symbolbild: Katholische Frauen laufen Sturm (aufgenommen beim Flashmob zum Weltfrauentag am 8.3.2019 in München)

Die in Münster entstandene Bewegung für mehr Frauenrechte in der katholischen Kirche startet am Samstag bundesweit einen einwöchigen Kirchenstreik. Unter dem Motto "Maria 2.0" wollen die gläubigen Frauen, die vielfach ehrenamtlich tätig sind, damit gegen Machtstrukturen in der Kirche und die von ihnen kritisierte Vertuschung von sexuellem Missbrauch durch Amtsträger protestieren. In einer Online-Petition an Papst Franziskus fordern die Frauen Zugang zu allen Ämtern der Kirche und die Aufhebung des Pflichtzölibats, also der Ehelosigkeit für Priester.

Keine Frauen in der Kirche, Open-Air-Gottesdienste ohne Priester

Während des Streiks wollen die Frauen keine Kirchen betreten, ehrenamtlichen Ämter nicht ausüben und Gottesdienste ohne Priester im Freien feiern. Auch in Bayern schließen sich Gläubige dem Protest an. Unterstützt wird die Protestaktion von den großen katholischen Frauenverbänden, dem Katholischen Deutschen Frauenbund (KDFB) und der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd). Diese bekräftigte in dieser Woche auf Twitter ihre Position zum Diakonat der Frau:

Geplanter Streik führt zu Streit unter Katholiken

Das Forum Deutscher Katholiken lehnt den "Kirchenstreik" ab. Forumssprecher Hubert Gindert ruft die Mitglieder des KDFB, die sich der Lehre der katholischen Kirche verbunden fühlten, dazu auf, aus dem 'Katholischen Deutschen Frauenbund' auszutreten und statt dessen eine neue glaubenstreue Organisation für Frauen zu gründen.

Papst: Keine schnelle Entscheidung beim Frauendiakonat

Eine schnelle Entscheidung bei der Frage des Frauendiakonats werde es nicht geben, hatte Papst Franziskus Anfang dieser Woche auf seinem Rückflug aus Nordmazedonien vor Journalisten gesagt. Die von ihm eingesetzte Kommission, die seit zweieinhalb Jahren den kirchengeschichtlichen Hintergrund aufklären sollte, habe ihre Arbeit beendet, sei aber nicht in allen wichtigen Punkten zu einer einheitlichen Sichtweise gekommen.