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Unionskanzlerkandidat Armin Laschet ist in der Wählergunst deutlich gesunken. Olaf Scholz und die SPD befinden sich dagegen im Aufwärtstrend. Das zeigt der neue ARD-Deutschlandtrend. Beim Thema Impfen und Corona gehen die Meinungen auseinander.

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Deutschlandtrend: Laschet im Sinkflug, Scholz liegt vorn

Unionskanzlerkandidat Armin Laschet ist in der Wählergunst deutlich gesunken. Olaf Scholz und die SPD befinden sich dagegen im Aufwärtstrend. Das zeigt der neue ARD-Deutschlandtrend. Beim Thema Impfen und Corona gehen die Meinungen auseinander.

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Von
  • Anita Fünffinger

Wäre am kommenden Sonntag Bundestagswahl, käme die Union auf 27 Prozent (-1). Sie wäre damit zwar deutlich stärkste Kraft im Bundestag, im Vergleich zur Bundestagswahl 2017 müsste sie aber deutliche Verluste hinnehmen. Die Grünen kämen auf 19 Prozent (-1). Die SPD kann auf 18 Prozent (+3) zulegen und liegt somit fast gleichauf mit den Grünen. Für die SPD ist das der beste Wert seit Mai 2019.

Die FDP kann sich auf 12 Prozent (+1) verbessern. Die AfD liegt in dieser Sonntagsfrage bei 10 Prozent (-1). Die Linke kommt mit 6 Prozent (-1) gefährlich nahe an die Fünf-Prozent-Hürde.

Bei einem solchen Wahlausgang würde es für eine schwarz-grüne Koalition eng. Rechnerisch gut möglich wäre eine Drei-Parteienkoalition von Union, Grünen und FDP, aber auch von Union, SPD und FDP. Für ein Links-Bündnis aus Grünen, SPD und Linken würde es nicht reichen.

Grafik: Sonntagsfrage zur Bundestagswahl 2021

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Wäre am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre die Union deutlich stärkste Kraft im Bundestag.

Armin Laschet rutscht ab, Olaf Scholz punktet

Gut sieben Wochen vor der Bundestagswahl verliert Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet an Zustimmung. Nach 37 Prozent im Vormonat äußern sich im aktuellen Deutschlandtrend nur noch 24 Prozent (-13 Punkte) zufrieden zu seiner Person. Er liegt damit knapp hinter der Kandidatin der Grünen, Annalena Baerbock (27 Prozent) und weit hinter SPD-Kandidat Olaf Scholz, der mit 48 Prozent (+2) nach wie vor der populärste der drei Kanzlerkandidaten ist.

Noch deutlicher wird der Sinkflug von Armin Laschet bei der Frage einer Direktwahl. Könnte man den Bundeskanzler in Deutschland direkt wählen, würden sich 35 Prozent (+6) für SPD-Mann Olaf Scholz entscheiden. Nur noch 20 Prozent (-8) sprechen sich für den Kandidaten der Union aus. Annalena Baerbock sinkt weiter, auf jetzt 16 Prozent (-2).

Besonders bitter für Armin Laschet ist der differenzierte Blick in die Wählerschichten. Ganze 30 Prozent der Unionsanhänger könnten sich nämlich vorstellen, den SPD-Kandidaten Olaf Scholz zu wählen. Und auch die Senioren - lange Zeit mehrheitlich unionsorientiert - schwenken zum SPD-Kandidaten. 46 Prozent der über 65-Jährigen würden sich bei einer Direktwahl für Olaf Scholz entscheiden, nur 24 Prozent für Laschet.

Grafik: Direktwahl Bundeskanzler/in

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Gut sieben Wochen vor der Bundestagswahl verliert Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet an Zustimmung.

Deutschland bei Corona-Maßnahmen und Impfen gespalten

Die regen Diskussionen in der Politik über eine Impfpflicht und Freiheiten für Geimpfte spiegeln sich auch in der Bevölkerung wider. Die Einführung einer allgemeinen Corona-Impfpflicht lehnt die Hälfte der Befragten (50 Prozent) ab, 46 Prozent befürworten sie. Widerstand gegen eine Corona-Impflicht regt sich am ehesten in den Reihen von AfD (63 Prozent) und FDP (57 Prozent). Ältere Menschen würden eine Corona-Impfpflicht mehrheitlich begrüßen (61 Prozent), die unter 40-Jährigen lehnen sie mit 59 Prozent klar ab.

Auch bei Fragen nach weniger Alltagseinschränkungen für Geimpfte oder kostenpflichtigen Tests für Ungeimpfte unterscheiden sich die Altersgruppen deutlich. Während 48 Prozent der unter 40-Jährigen kostenpflichtige Tests für Ungeimpfte gut fänden, sind es bei den über 65-Jährigen 73 Prozent. Mehr Freiheiten im Alltag für vollständig Geimpfte wünschen sich 73 Prozent der Älteren, aber nur 58 Prozent der Jüngeren.

Grafik: Befreiung von Alltagseinschränkungen für vollständig Geimpfte

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Eine Mehrheit der Befragten ist für eine Befreiung von Alltagseinschränkungen für vollständig Geimpfte.

Positive Bilanz von Angela Merkels Kanzlerschaft

Nach 16 Jahren mit Angela Merkel an der Spitze der Regierung zieht die Bevölkerung insgesamt ein positives Fazit. 75 Prozent stellen ihr ein gutes Zeugnis aus. Angela Merkel gilt als kompetent (78 Prozent), ebenso als führungsstark (77 Prozent), und sie genießt eine hohe Glaubwürdigkeit (71 Prozent) zu. Sympathisch ist die Kanzlerin sieben von zehn Bundesbürgern (69 Prozent).

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Am 26. September ist Bundestagswahl. Nach dem aktuellen ARD-Deutschlandtrend ist noch lange nicht ausgemacht, wer die Wählergunst gewinnt. Die Ergebnisse der Meinungsforscher, eingeordnet von BR-Wahlexperte Andreas Bachmann.

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