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Deutschlands Bußgelder sind billig - im europaweiten Vergleich | BR24

© Daniel Hohlfeld/ stock.adobe.com

Parken in zweiter Reihe soll zukünftig teurer werden - und auch für andere Vergehen sind laut Bundesverkehrsministerium höhere Bußgelder geplant

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Deutschlands Bußgelder sind billig - im europaweiten Vergleich

Wer in zweiter Reihe parkt, muss nach Plänen von Verkehrsminister Andreas Scheuer bald höhere Bußgelder zahlen. Andere Verkehrssünden sollen ebenfalls teurer werden. Im europäischen Vergleich kommen deutsche Autofahrer jedoch günstig davon.

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Für viele dürfte die Suche nach einem Parkplatz in Zukunft noch einige Minuten länger dauern. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) plant höhere Bußgelder für Autofahrer, die in zweiter Reihe, auf Geh- und Radwegen, oder auf Schutzstreifen parken. Diese Verkehrsvergehen sollen demnächst ein Bußgeld von bis zu 100 Euro nach sich ziehen. Bisher sind es 15 bis 30 Euro.

Für Fahrer, die keine Rettungsgasse bilden, wird es zukünftig richtig teuer: Sie sollen 320 Euro Bußgeld zahlen. Wer außerdem einem Rettungsfahrzeug unerlaubt in der Rettungsgasse folgt - wer also die Situation für eine freie Fahrt nutzt - dem droht ein Bußgeld zwischen 200 und 320 Euro sowie ein Monat Fahrverbot und zwei Punkte in Flensburg.

Deftige Strafen - doch im europaweiten Vergleich liegt Deutschland was Bußgelder im Straßenverkehr betrifft im hinteren Mittelfeld.

Österreich: Bis zu 2180 Euro

Wer sich in Österreich als Autofahrer weigert eine Rettungsgasse zu bilden, dem droht ein Bußgeld von bis zu 726 Euro. Werden Rettungskräfte durch das eigene Verhalten behindert, können es bis zu 2180 Euro sein. In Luxemburg wird dagegen nur eine Strafe von 145 Euro verhängt und zwei Punkte vom Führerschein abgezogen. Autofahrer in Luxemburg haben - anders als in Deutschland - eine Art "Kapital" von zwölf Führerschein-Punkten, von denen ihnen bei Verkehrsdelikten welche abgezogen werden. In anderen Ländern wie Frankreich und Spanien gibt es dazu keine spezielle Regelung.

Die Gurtpflicht

Wer in Deutschland beim Fahren ohne angelegten Gurt erwischt wird, muss 30 Euro berappen. Im europaweiten Vergleich ist das direkt günstig: Am teuersten ist hier Spanien, wo 200 Euro Bußgeld drohen. In Frankreich sind es immerhin noch 135 Euro.

Handy am Steuer

Das Fahren mit dem Handy in der Hand kostet in Deutschland 100 Euro. Auch hier langt Spanien wieder am heftigsten zu: Das Handy-Gespräch ohne Gegensprechanlage kostet ab 200 Euro aufwärts. Am günstigsten ist Österreich mit 50 Euro.

Zu schnelles Fahren

Wer in Deutschland zehn Stundenkilometer über der erlaubten Höchst-Geschwindigkeit fährt, muss nur mit einem Bußgeld von zehn Euro rechnen. Richtig teuer wird’s erst ab 41 km/h über der Höchstgeschwindigkeit: Dann droht ein Bußgeld von 160 Euro aufwärts und der Verlust der Fahrerlaubnis für einen Monat - oder länger. Das Rasen ist in Österreich und in der Schweiz am teuersten. Wer schneller als 50 km/h über der erlaubten Geschwindigkeit fährt, muss in Österreich damit rechnen, dass er bis zu 2180 Euro hinblättern muss. Wer in der Schweiz 16 km/h zu schnell fährt, sollte schnellstens vom Pedal runter. Denn innerorts wird diese Geschwindigkeits-Überschreitung mit hohen Bußgeldern, Fahrverboten, Anzeigen und Führerscheinentzug geahndet.

Verstoß gegen die Parkordnung

In Deutschland kostet Falschparken bisher ab zehn Euro aufwärts. Gar keinen Spaß verstehen hier spanische Behörden. Da kann es schnell 200 Euro kosten, wenn man sich keinen richtigen Parkplatz sucht.

Alkohol am Steuer

Alkohol am Steuer kann in Deutschland bis zu 500 Euro kosten. Vorausgesetzt man hat sich nichts Anderes zuschulden kommen lassen. Beim Alkohol reagieren die Schweizer Behörden am rigidesten. Da fängt - je nach Promillewert - der Bußgeldkatalog bei 625 Euro an. Kroatien ist bei diesem Vergehen am günstigsten mit 95 Euro aufwärts.

Rote Ampel überfahren

90 Euro kostet es für Autofahrer, die in Deutschland trotz rote Ampel fahren. Das ist relativ günstig. Noch günstiger ist es in Österreich: Die Behörden dort verlangen 70 Euro. Im Vergleich dazu ist Kroatien am teuersten: Wer dort ein Rotlicht missachtet, muss mit 270 Euro aufwärts rechnen.

Wer es jetzt noch genauer wissen will: Der ADAC hat eine Bußgeld-Gesamtübersicht aller europäischen Staaten zusammengestellt.

© BR

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