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Deutschland will mehr für den Schutz der Arktis tun | BR24

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Deutschland will sein Engagement für die Arktis verstärken: Mit Forschungsprojekten sowie mit Leitlinien zum Schutz der Region, die das Bundeskabinett beschlossen hat. Dabei geht es auch um die Sorge, dass der Klimawandel neue Konflikte freilegt.

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Deutschland will mehr für den Schutz der Arktis tun

Deutschland will sein Engagement für die Arktis verstärken: Mit Forschungsprojekten sowie mit Leitlinien zum Schutz der Region, die das Bundeskabinett beschlossen hat. Dabei geht es auch um die Sorge, dass der Klimawandel neue Konflikte freilegt.

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Deutschland grenzt nicht an die arktische Region rund um den Nordpol. Und doch hat die Bundesregierung ein Interesse an der Arktis. Die Erderwärmung geht dort schneller voran als im Rest der Welt, das wirkt sich global aus. Und dafür will die Bundesregierung nun Verantwortung übernehmen.

Nutzungskonflikte zeichnen sich ab

Zum einen geht es um die ökologischen Auswirkungen des Klimawandels. Außenminister Heiko Maas (SPD) verweist auf die zunehmende Zahl von Wetterextremen und den steigenden Meeresspiegel. Zum anderen gibt es wirtschaftliche und geostrategische Folgen. So gibt das schmelzende Eis zum Beispiel neue Schiffsrouten frei. Auch sind Ressourcen im Boden wie Gas und Öl dadurch leichter erreichbar. Das sorgt schon jetzt für Nutzungskonflikte, so hat Russland bereits zusätzliche Gebietsansprüche angemeldet. Dazu kommt die Sorge, dass es in der bisher konfliktarmen Region ein Wettrüsten geben könnte.

"Ökologische Erschließung'" angestrebt

Erstmals gibt es deswegen jetzt deutsche Leitlinien für die Arktis. Sie sind überschrieben mit den Leitsätzen: "Verantwortung übernehmen, Vertrauen schaffen, Zukunft gestalten." Der Bundesregierung geht es um eine nachhaltige und umweltschonende Nutzung der Region und auch darum, die Interessen der indigenen Völker in der Arktis zu schützen. Konkret fordert die Bundesregierung neue Schutzgebiete. Auch plädiert sie für das Verursacherprinzip. Wer also Schäden verursacht, soll auch dafür aufkommen, dass sie wieder beseitigt werden. Den Abbau von Rohstoffen lehnt die Regierung aber nicht grundsätzlich ab. Sie fordert jedoch eine "ökologisch verträgliche Erschließung".

Verbindliche Regelungen sollen her

Außerdem dringt Deutschland darauf, dass sich alle Staaten an internationale Regeln halten: Etwa wenn es um Schifffahrtsrechte geht und den sicheren und umweltschonenden Transit von Frachtern. Als Ergänzung zum Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen (SRÜ) fordert die Bundesregierung ein neues Abkommen. Es soll eine nachhaltige Nutzung des Arktischen Ozeans außerhalb der Hoheitsgebiete der fünf Anrainerstaaten (Russland, USA, Kanada, Dänemark und Norwegen) festlegen.

Mehr Engagement im Arktischen Rat

Die neuen Leitlinien dürften sich auch darauf auswirken, wie Deutschland seinen Beobachterstatus im Arktischen Rat ausfüllt. Also in dem Gremium, in dem sich die fünf Anrainerstaaten gemeinsam mit Finnland, Island und Schweden organisiert haben. Die Bundesregierung will mehr Experten in die Arbeitsgruppen des Gremiums entsenden und kündigt an, auch weiter Forschungsvorhaben mitzufinanzieren. Es gehe um eine "verantwortungsvolle Forschung" in einem "einzigartigen Raum".

Forschungsprojekt unter deutscher Leitung

Ein aktuelles Beispiel für solche Forschungsprojekte: die "Mosaic"-Expedition in die Arktis. Unter der Leitung des deutschen Klimaforschers Markus Rex (Alfred-Wegener-Institut) wird das Forschungsschiff "Polarstern" während der kommenden Wintermonate durch das Eis driften. Hunderte internationale Forscher werden Daten über den arktischen Winter sammeln und auswerten, spätestens zwei Jahre später sollen sie allen zugänglich sein und zum Verständnis des arktischen Klimasystems beitragen. Laut Rex hat der Arktische Rat das deutsche Engagement "sehr wohlwollend und positiv aufgenommen". Er nehme bei den Arktis-Staaten überhaupt eine große Bereitschaft wahr, die Beobachter-Staaten "in die Diskussion ihres Vorgartens" einzubinden. Das sei "ein sehr ermutigendes Zeichen".