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Deutschland will mehr Fachkräfte aus dem Ausland anlocken | BR24

© Dagmar Pepping / ARD

Fachkräftemangel: Gipfel bei der Kanzlerin beschließt Verbesserungspläne

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Deutschland will mehr Fachkräfte aus dem Ausland anlocken

Ob IT-Spezialist, Handwerker oder Pflegekraft - in vielen Berufen fehlt es Deutschland an Personal. Die Bundesregierung will das nun mit einem Gesetz ändern und mehr ausländische Fachkräfte umwerben. Das sei dringend notwendig, so Kanzlerin Merkel.

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Der Fachkräftemangel wird hierzulande immer mehr zum Problem und für viele Unternehmen zum Geschäftsrisiko. Die Bundesregierung will deshalb nun verstärkt qualifiziertes Personal aus dem Ausland nach Deutschland locken. Am 1. März 2020 tritt dazu ein neues Gesetz in Kraft, das Arbeitnehmern aus Nicht-EU-Staaten die Zuwanderung erleichtern soll.

Weltweiter Wettbewerb um Fachkräfte

Es gebe weltweit einen großen Wettbewerb um diese Fachkräfte, so Kanzlerin Angela Merkel (CDU) nach einem Spitzentreffen der Regierung mit Wirtschaft und Gewerkschaften im Kanzleramt. Deutschland müsse deshalb attraktive Arbeitsbedingungen und ein attraktives Umfeld bieten.

"Auf jeden Fall ist das wirklich Wichtige, dass wir in den Drittländern als ein weltoffenes, als ein interessiertes Land rüberkommen." Bundeskanzlerin Angela Merkel

Weniger bürokratische Hürden für qualifiziertes Personal

Damit das sogenannte Fachkräfteeinwanderungsgesetz schnell wirken kann, wurde bei dem Spitzentreffen eine Absichtserklärung unterzeichnet. So sollen Visaverfahren beschleunigt und die Möglichkeiten verbessert werden, dass Fachkräfte Deutsch lernen. Daneben geht es um die Anerkennung von Berufsabschlüssen.

Merkel sagte, sie wolle nicht darüber spekulieren, wie viele Fachkräfte aus dem Ausland nötig seien. Alleine das Handwerk aber könne 250.000 offene Stellen besetzen. Finanzminister Olaf Scholz (SPD) sprach von einem "weitreichenden" Schritt in der Geschichte Deutschlands: "Wir akzeptieren, Einwanderungsland zu sein."

Pilotprojekte in Brasilien, Indien und Vietnam

Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) erklärte: "Es ist überall spürbar, in ganz vielen Bereichen, dass wir mehr Wirtschaftswachstum haben könnten, wenn genügend qualifizierte Fachkräfte zur Verfügung stünden." Es seien Pilotprojekte geplant zur Anwerbung von Fachkräften in Brasilien, Indien und Vietnam. Die Zuwanderung solle in "sozialverträglicher Weise" gelingen.

Dass die Wirtschaft so ein Gesetz brauche, bestätigte auch Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer. Anfang der 2030er Jahre gebe es wegen der demografischen Entwicklung sechs Millionen weniger Erwerbstätige aus der deutschen Bevölkerung. Ganz wichtig sei es, dass sich die angeworbenen Fachkräfte in Deutschland zuhause fühlen könnten.

AfD kritisiert Fachkräfteeinwanderungsgesetz

AfD-Fraktionschefin Alice Weidel kritisierte: "Mit der geplanten Anwerbung von Fachkräften im Ausland wird sich das Problem der Zuwanderung in die Sozialsysteme weiter verschärfen. Am Ende wird es heißen: Wir riefen Fachkräfte und Sozialhilfeempfänger kamen." Es sei sinnvoller, die Abwanderung von Fachkräften aus Deutschland zu stoppen.

Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) warnte daraufhin vor "rechtspopulistischer Stimmungsmache". Mit dem Gesetz solle es keine Einwanderung in die Sozialsysteme geben, so Heil.

Infoportal "Make it in Germany"

Die Bundesregierung hofft, dass ihr Informationsportal "Make it in Germany" mit Hotline und Jobbörse stärker genutzt wird und Unternehmen mehr Stellenangebote für ausländische Fachkräfte melden. Da ausländische Berufsabschlüsse nicht immer mit deutschen Abschlüssen vergleichbar sind, soll die Wirtschaft mit eigenen Bildungseinrichtungen und mit Unterstützung in Betrieben bei der Qualifikation helfen.