BR24 Logo
BR24 Logo
BR24 - Hier ist Bayern

Robert Habeck

Bildrechte: picture alliance/dpa | Michael Kappeler
93
Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Deutschland will Flugabwehrraketen an Ukraine liefern

Deutschland will weitere Waffen an die Ukraine liefern. Das Wirtschaftsministerium bestätigte dpa, dass es sich dabei um 2.700 Flugabwehrraketen vom Typ "Strela" aus ehemaligen NVA-Beständen handeln soll. Darum gibt es jetzt Verwirrung.

Von
BR24  RedaktionBR24 RedaktionKai KüstnerKai Küstner
93
Per Mail sharen

Vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs will die Bundesrepublik Waffen an das Land liefern. Das Wirtschaftsministerium sprach von 2.700 Stück Flugabwehrraketen vom Typ "Strela". Die Raketen stammen aus sowjetischer Produktion und aus DDR-Zeiten. Aus der Bundeswehr heißt es dazu:

"Die Flugkörper vom Typ STRELA sind seit 2012 für die Nutzung gesperrt. Bundeswehr-Presseinformation vom Januar 2022"

Russische Luftwaffe unter Druck setzen

Im Einzelnen spricht die Bundeswehr von Mikrorissen im Treibsatz der Munition, von Schimmel auf den Verpackungskisten. Der Forschungsdirektor bei der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik, Christian Mölling, meint dennoch, auch solche Waffen könnten helfen, die russische Luftwaffe unter Druck zu setzen:

"Es geht gar nicht darum, sie nur vom Himmel zu holen, sondern auch klarzumachen, dass sie den Luftraum möglicherweise nicht ungefährdet nutzen können." Christian Mölling, Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik

Abstimmung zwischen den Ministerien im Genehmigungsverfahren

„Wie wirksam bestimmtes militärisches Material ist, entzieht sich meiner Kenntnis, hatte Wirtschaftsminister Robert Habeck nach der raschen Bestätigung der Waffen durch sein Haus erklärt. Da er kein Fachmann sei, würden die Genehmigungsverfahren im Fall der STRELA-Flugabwehrraketen in Abstimmung zwischen Wirtschafts- und Verteidigungsministerium geklärt.

Prüfung welche Waffen geliefert werden können

Deutschland hatte zuvor einen Kurswechsel in der Ukraine-Krise vollzogen und die Streitkräfte des von Russland angegriffenen Landes mit schweren Waffen ausgerüstet. Im Verteidigungsministerium lief nach dpa-Informationen seit Tagen eine Prüfung, ob und welche weiteren Waffen an die Ukraine abgegeben werden können. Bei den nun vom Wirtschaftsministerium genehmigten Lieferungen handelt es sich nun um weitere Waffen einer anderen Bauart.

Am Samstag entschied die Bundesregierung, 1.000 Panzerabwehrwaffen sowie 500 Boden-Luft-Raketen vom Typ "Stinger" aus Bundeswehrbeständen so schnell wie möglich in die Ukraine zu liefern. Aus Kreisen der Bundesregierung wurde am Mittwoch erklärt, die "Stinger" sowie Panzerfäuste seien an die Ukraine übergeben worden.

Scholz: Überfall auf Ukraine markiert "Zeitenwende"

Außerdem wurde den Nato-Partnern Niederlande und Estland die Lieferung von Waffen an die Ukraine genehmigt, die aus deutscher Produktion oder DDR-Beständen stammen.

"Der russische Überfall auf die Ukraine markiert eine Zeitenwende. Er bedroht unsere gesamte Nachkriegsordnung", hatte Bundeskanzler Olaf Scholz erklärt. "In dieser Situation ist es unsere Pflicht, die Ukraine nach Kräften zu unterstützen bei der Verteidigung gegen die Invasionsarmee von Wladimir Putin. Deutschland steht eng an der Seite der Ukraine."

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!

Schlagwörter