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Coronavirus: Deutschland schließt Grenzen zu fünf Nachbarländern | BR24

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Mit Einreiseverboten und strengen Grenzkontrollen will Deutschland die Ausbreitung des Coronavirus weiter eindämmen. Die Maßnahmen traten an den Grenzübergängen zur Schweiz, zu Frankreich, Österreich, Dänemark und auch Luxemburg in Kraft.

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Coronavirus: Deutschland schließt Grenzen zu fünf Nachbarländern

Auch Deutschland schottet sich wegen der Corona-Krise zunehmend ab und schließt Grenzen - zu Österreich, Frankreich, Schweiz, Luxemburg und Dänemark. Für den Warenverkehr soll es Innenminister Seehofer zufolge keine Einschränkungen geben.

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Bundesinnenminister Horst Seehofer macht klar: Die Lage sei sehr ernst. Ab morgen Früh werden deshalb Kontrollen an den Grenzen zu Österreich, Schweiz, Frankreich, Luxemburg und Dänemark durchgeführt. Ohne triftigen Grund solle keiner mehr ein- und ausreisen dürfen.

Die Ausbreitung des Coronavirus schreite schnell und aggressiv voran. Man müsse davon ausgehen, dass der Höhepunkt der Entwicklungen noch nicht erreicht sei, erklärte Seehofer. Es sei nun das A und O, die Infektionsketten zu unterbrechen.

Berufspendler und Warenverkehr ausgenommen

Reisende ohne triftigen Reisegrund dürfen deshalb nicht mehr ein- und ausreisen aus Deutschland. Ausgenommen sind Berufspendler und der Warenverkehr. Aus Baden-Württemberg sei der Vorschlag gekommen, dass Pendler Passierscheine vom Arbeitgeber hinter ihre Windschutzscheiben legen könnten. Die betroffenen Bundesländer werden noch einmal miteinander beraten, wie die Grenzkontrollen administrativ gestaltet werden könnte, so Seehofer.

Er machte deutlich: Deutsche Staatsbürger dürften selbstverständlich in ihr Heimatland zurückreisen. Am Montag wird der Krisenstab der Bundesregierung unter der Leitung von Bundeskanzlerin Angela Merkel darüber beraten, wie Deutsche aus Nachbarländer zurückreisen können. In einigen Ländern wurden bereits Flug- und Zugverbindungen eingeschränkt.

Kontrollen ab Montag um 8 Uhr

Kontrollen mit Fieberthermometern an den Grenzen sollen nicht eingeführt werden, so Seehofer. Sollte es einen Verdacht geben, werden die Gesundheitsämter konsultiert. Die Die Entscheidung soll dann ein Arzt oder das Amt fällen, nicht die Bundespolizei. Die Grenzkontrollen richten sich nach den Risikogebieten, die das Robert-Koch-Institut aktuell ausweist. Ab morgen Früh 8 Uhr wird die Bundespolizei die Kontrollen an den Grenzen zu fünf Nachbarländern durchführen.

Grenzkontrollen "vorübergehend" eingeführt

Seehofer lässt aber offen, wie lange die Grenzkontrollen bestehen bleiben. Man habe die betroffenen Nachbarländer und die EU informiert. Von Zeit zu Zeit müsse immer wieder neu überlegt werden, was notwendig sei, so der Bundesinnenminister. Das betrifft auch die Möglichkeit, ob weitere Grenzkontrollen zu den Niederlanden eingeführt werden.

Auch andere EU-Länder haben ihre Grenzen bereits weitgehend dicht gemacht, dazu gehören Dänemark, Polen, die Slowakei, Tschechien und Österreich. Auch Frankreich will nun verschärfte Kontrollen durchführen. Seehofer wies darauf hin, wie wichtig ein gemeinsames europäisches Vorgehen nun sei. Er hofft, dass die EU-Kommission morgen Entscheidungen zu den Außengrenzen bekannt gibt. Er habe seit Freitag für Grenzschließungen gekämpft. Schuldig mache sich nur, wer nicht handele.

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