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Deutschland liefert Tschechien 15.000 Dosen Impfstoff

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    Deutschland liefert Tschechien 15.000 Dosen Impfstoff

    Der Inzidenzwert in Tschechien liegt derzeit bei rund 760, so hoch wie nirgends in der EU. Impfstoff ist dort knapp - wie überall auf der Welt. Drei deutsche Bundesländer wollen nun aushelfen und 15.000 Dosen liefern.

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    • tagesschau.de

    Sachsen, Bayern und Thüringen wollen Tschechien mit Corona-Impfstoff aushelfen. Ab Montag sei die Lieferung von insgesamt 15.000 Impfstoff-Dosen an das Nachbarland geplant, bestätigte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer dem MDR. Über die weitere Verteilung werde die tschechische Regierung entscheiden.

    Um welchen Impfstoff es sich genau handelt, sagte Kretschmer nicht. In der EU werden bislang drei Vakzine verimpft: die von Biontech/Pfizer, Moderna und Astrazeneca. Die ersten beiden sind für alle Altersgruppen zugelassen, der Bedarf ist hier deutlich größer als das aktuell Angebot. Anders ist es beim Impfstoff von Astrazeneca. Er darf in Deutschland bisher nur an Menschen unter 65 verimpft werden. Bei vielen von ihnen, die laut Impfplan bereits dran sind, gibt es aber Vorbehalte, weshalb es in Deutschland derzeit überschüssige Dosen gibt.

    Tschechien will auch russischen Impfstoff nutzen

    Tschechien hat gegenwärtig die höchste Infektionsrate in der gesamten EU. Am Samstag meldeten die Behörden 7.798 Corona-Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden - ähnlich viele wie Deutschland, das allerdings achtmal mehr Einwohner hat. Mehrere der in Deutschland besonders stark von Corona betroffenen Kreise liegen an der Grenze zu Tschechien. Die Einreise von dort ist nur begrenzt möglich, um eine weitere Ausbreitung von Virusvarianten zu verhindern, die als besonders ansteckend gelten.

    Die tschechische Regierung überlegt, auch den Impfstoff Sputnik V aus Russland und eventuell auch das Vakzin des chinesischen Herstellers Sinopharm zu nutzen. Beide haben noch keine EU-Zulassung, werden aber auch schon im EU-Land Ungarn verimpft.

    Tschechiens Ministerpräsident Andrej Babis sagte, der russische Impfstoff könne auch ohne eine europäische Genehmigung der zuständigen Behörde EMA verwendet werden. "Wir können nicht auf die EMA warten, wenn Russland keinen Genehmigungsantrag gestellt hat." Eine Zulassung der tschechischen Arzneibehörde SUKL sei ausreichend.

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