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Deutschland kommt bei Gleichberechtigung kaum voran | BR24

© BR/Julia Müller

Die Kluft zwischen Männern und Frauen bleibt in Deutschland weiter groß - wie auch weltweit

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    Deutschland kommt bei Gleichberechtigung kaum voran

    Der Abstand zwischen Männern und Frauen wird in Deutschland kaum geringer. Das geht aus dem "Global Gender Gap Report" des Weltwirtschaftsforums hervor. Im weltweiten Gleichberechtigungs-Index rutscht Deutschland sogar um zwei Plätze ab.

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    Frauen werden weniger gefördert, schlechter bezahlt und teilweise sogar ausgebremst: Die Gleichberechtigung in Deutschland kommt kaum voran. Zu diesem Urteil kommt die neue Studie "Global Gender Gap Report 2018" des Weltwirtschaftsforums (WEF). Nachholbedarf gebe es gleich in mehreren Bereichen: So habe etwa der Frauenanteil in den Parlamenten abgenommen, zudem gebe es eine Kluft zwischen den Geschlechtern bei der Bildung. Nur die wirtschaftliche Chancengleichheit hat sich der Untersuchung zufolge etwas zum Positiven hin entwickelt.

    Island bleibt Spitzenreiter bei der Gleichberechtigung

    Insgesamt rutscht Deutschland damit im jährlichen Index des WEF um zwei Plätze auf Rang 14 ab. Beim ersten Ranking 2006 stand die Bundesrepublik noch auf Platz 5. Noch schlechter sieht es in der Schweiz aus – sie belegt Rang 20. Österreich landet sogar nur auf Rang 53.

    Auch Spitzenreiter Island wurde schlechter bewertet als im Vorjahr, bleibt aber weltweit führend: Hier habe sich die Kluft bei weiblichen Abgeordneten sowie Beamtinnen und Managerinnen vergrößert, heißt es in dem Bericht.

    Ruanda liegt im Ranking vor Deutschland

    Dahinter folgen Norwegen, Schweden und Finnland sowie Nicaragua. Und Ruanda belegt Platz 6: In dem ostafrikanischen Land stellen Frauen 64 Prozent der Delegierten im Unterhaus. Sie besetzen 40 Prozent der Ministerposten und stellen die Hälfte der Richter am Obersten Gerichtshof. Gründe sind zum einen eine Quote, die einen Anteil von 30 Prozent Frauen der Delegierten auf allen Verwaltungsebenen vorschreibt - zum anderen aber auch der Völkermord in Ruanda, bei dem viele Männer ums Leben kamen.

    202 Jahre bis zur Gleichstellung am Arbeitsplatz

    Weltweit stagniere die Gleichberechtigung, in einigen Bereichen wachse die Kluft sogar wieder, warnte das WEF. Dazu gehörten die Bereich Bildung und Gesundheit. "Mehr denn je können es Gesellschaften sich nicht leisten, auf die Fähigkeiten, Ideen und Perspektiven der Hälfte der Menschheit zu verzichten", kommentierte WEF-Gründer Klaus Schwab den Bericht. Nur mit Teilhabe der Frauen lasse sich das Versprechen einer wohlhabenderen und menschlich orientierten Zukunft umsetzen.

    Heutzutage lebende Frauen werden die völlige Gleichberechtigung allerdings nicht mehr erleben, heißt es in der Studie: Wenn es in der derzeitigen Geschwindigkeit weitergeht, wird es noch 202 Jahre dauern, bis Männer und Frauen am Arbeitsplatz gleichgestellt sind. Betrachtet man alle Ebenen, wird es noch 108 Jahre dauern, bis die Kluft zwischen den Geschlechtern geschlossen ist.

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