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Sozialwohnungen in Deutschland (Symbolbild)

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    Deutschland im Dilemma: Zahl der Sozialwohnungen stark gesunken

    Deutschland braucht Sozialwohnungen. Vor allem in den Ballungsgebieten, in denen Wohnungen knapp und teuer sind. Doch der Bestand sinkt - ebenso wie die Neubauquote. Grund genug für heftige Kritik der politischen Konkurrenz an der Bundesregierung.

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    Von
    • Uwe Jahn
    • BR24 Redaktion

    Deutschland verliert Sozialwohnungen. Allein in den vergangenen zwanzig Jahren hat sich der Bestand ungefähr halbiert. Einer der Gründe: nach einer bestimmten Frist verlieren die einstmals besonders geförderten Wohnungen ihre "Sozialbindung" und wandern auf den freien Markt.

    "Wir verlieren gerade am Tag 72 Sozialwohnungen, das heißt wir verlieren pro Jahr 26.000 Wohnungen. Das ist zu viel," so der wohnungspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion Christian Kühn. "Wir müssen eigentlich neue und mehr bauen und deswegen muss hier mehr investiert werden. Am Ende ist es eine Geldfrage und liegt an nichts anderem." Kühns Ansicht nach habe die Bundesregierung zu wenig getan.

    Linke: Zu geringe Investitionen in sozialen Wohnungsbau

    Fünf Milliarden hat der Bund in dieser Wahlperiode für den sozialen Wohnungsbau an die Länder gegeben. Trotzdem ist nach Auskunft der Bundesregierung die Neubauquote gesunken – das zweite Jahr in Folge. Erschreckend, sagt Caren Lay, wohnungspolitische Sprecherin der Linken.

    "Das Ergebnis besagt, dass im Jahr 2020 deutlich weniger Sozialwohnungen gebaut wurden - acht Prozent weniger Sozialwohnungen als noch im Vorjahr, das heißt wir haben im Moment die absurde Situation, dass wir einen Rückgang beim Neubau von Sozialwohnungen haben und das obwohl die Mieten steigen." Lay fordert eine Verzehnfachung der Förderung durch den Staat und dass die Sozialbindung dauerhaft sein muss: einmal Sozialwohnung, immer Sozialwohnung.

    FDP fordert Aufstockung statt Neubau

    Bei der FDP setzt man dagegen mehr auf die Dachaufstockung – auch aus Kostengründen, da sind die Grundstücke bereits bezahlt.

    Außerdem moniert der wohnungspolitische Sprecher der FDP, Daniel Föst, "wir wissen aus Untersuchungen, dass 30 bis 50 Prozent des geschaffenen sozialen Wohnraums fehlbelegt sind. Es wohnen Menschen in diesen sozialen Wohnungen, die auf diese Form und diesen Preis eigentlich keinen Anspruch mehr haben."

    Rahmenbedingungen machen günstigere Preise nicht leistbar

    Nach Ansicht der privaten Wohnungswirtschaft, kann sie selbst die Entwicklung nicht stoppen, sagt Gerold Happ von "Haus und Grund". "Es ist momentan sehr schwer überhaupt Grundstücke in den entsprechenden Regionen zu bekommen, wo man bauen kann, gerade für private Eigentümer ist das nicht leicht. Dann müssen natürlich noch die Rahmenbedingung stimmen, dass das Bauen leistbar ist, dass man es finanzieren kann. Dazu kommt noch, dass das Bauen auch schwerer wird, gerade was das Handwerk angeht."

    Handwerker sind knapp, Baukosten hoch

    Nun könnte der Staat Wohnungen umwidmen, indem er Belegungsrechte kauft, so dass sie billiger an Berechtigte vermietet werden können. Doch insgesamt mehr Wohnungen gibt es dadurch auch nicht.

    Ein zentrales Hemmnis beschreibt Axel Gedaschko vom Spitzenverband der deutschen Wohnungswirtschaft: "Das liegt einfach an den Baukosten, die innerhalb der letzten zehn Jahre um 81 Prozent gestiegen sind. Wenn sie auf Mieten von sechs Euro kommen wollen, bleibt nichts anders übrig: dann müssen sie das staatlich subventionieren" - und zwar im großen Stil. Diese Aufgabe erbt nun die kommende Bundesregierung.

    Zum Artikel "Hohe Baukosten: Sozialwohnungen immer teurer"

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