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Deutschland holt bei Bildung auf - aber keine Spitzennoten | BR24

© dpa/pa/Ulrich Baumgarten

Kinder mit Erzieherin in Kita

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    Deutschland holt bei Bildung auf - aber keine Spitzennoten

    Deutschland hat bei der frühkindlichen Bildung aufgeholt - soweit die gute Nachricht. Aber für Kinder aus ärmeren Familien und für Einwandererkinder ist ein Aufstieg durch Bildung laut OECD-Bildungsbericht noch immer schwierig.

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    Ein positives Zeugnis stellt der Bildungsbericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) Deutschland in der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung aus. 2016 besuchten 37 Prozent der Kinder unter drei Jahren eine Kita: Das ist ein Anstieg um 20 Prozentpunkte im Vergleich zu 2005. Laut Studie sei die frühkindliche Erziehung stärker in den Blickpunkt der politischen Aufmerksamkeit gerückt, was sich nun positiv auswirkt.

    Auch verlassen die meisten jungen Erwachsenen die Schule mindestens mit einem Abschluss im Sekundarbereich II. Der Anteil ohne Gymnasial- oder vergleichbarem Abschluss sank binnen zehn Jahren leicht von 15 auf 13 Prozent.

    Viele junge Menschen weder in Ausbildung noch in Arbeit

    Das heißt aber, jeder zehnte 15- bis 29-jährige befindet sich weder in Beschäftigung noch Ausbildung. Im Ländervergleich ist das einer der niedrigsten Anteile. Ländern wie Korea, Tschechien, Polen und Slowenien ist es gelungen, den Anteil der nicht-ausgebildeten jungen Erwachsenen auf unter zehn Prozent zu senken.

    Unterschied zwischen im Inland- und im Ausland Geborenen

    Bei den jungen Erwachsenen, die im Ausland geboren wurden – also der ersten Generation – ist der Anteil höher: Hier ist jeder Vierte ohne Beschäftigung und nicht in Ausbildung. Als Grund nennt die Studie die hohe Zahl an jungen Flüchtlingen, die sich noch im Integrationsprozess befinden. Deutschland und Österreich sind der Studie zufolge die beiden Ländern mit den größten Unterschieden beim Bildungsstand der im Inland und im Ausland Geborenen - das kritisieren die Experten der OECD.

    Nachteile für Kinder aus ärmeren Familien

    Für alle Länder zeigt die Studie, dass der Bildungsstand in den letzten zehn Jahren signifikant gestiegen ist. Doch für Kinder aus ärmeren Familien und Einwandererkinder ist ein Aufstieg durch Bildung immer noch schwierig.

    In Deutschland sehen sich junge Menschen, die einen Haupt- oder Realschulabschluss haben auf dem Arbeitsmarkt mit Schwierigkeiten konfrontiert. Nur 55 Prozent der 25- bis 34-Jährigen ohne Abitur haben Arbeit. Dagegen sind 84 Prozent aller Menschen mit Abitur oder noch höheren Abschlüssen berufstätig. Die Arbeitslosenquote junger Menschen ohne Abitur ist mit 15 Prozent fünfmal höher als mit Gymnasialabschluss.