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Deutscher stirbt nach Lawinenabgang in Schweizer Skigebiet | BR24

© BR/Sarah Zerback

Nach dem Lawinenunglück in Südtirol werden nach Angaben der Bergwacht keine Menschen mehr vermisst. Eine Frau und zwei Kinder aus Deutschland wurden von der Lawine getötet. Zufällig vor Ort war auch Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU).

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Deutscher stirbt nach Lawinenabgang in Schweizer Skigebiet

Bei einem Lawinenabgang im Schweizer Skigebiet Lauchernalp ist am Samstag ein deutscher Tourenskifahrer getötet worden. Sein Sohn musste das Unglück mit ansehen. In Südtirol ist nach dem Lawinenunglück die Suche nach Vermissten nun abgeschlossen.

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Ein deutscher Tourengänger ist in der Schweiz von einer Lawine verschüttet worden und einige Stunden später gestorben. Wie die Polizei am Morgen mitteilte, erlag der 55-Jährige im Krankenhaus in Bern seinen Verletzungen. Der Mann aus Baden-Württemberg war am Samstag mit seinem Sohn auf dem Weg zum Stieltihorn. Unterhalb der Station Gandegg verließen sie dabei die Skipisten. Auf einer Höhe von etwa 2.700 Metern wurde der Vater gegen 11.15 Uhr von einer Lawine mitgerissen.

Sohn versucht Vater freizuschaufeln

Sein Sohn alarmierte daraufhin die Rettungskräfte, ortete seinen Vater mit einem Suchgerät und begann, ihn freizuschaufeln. Die Rettungskräfte konnten den Mann schließlich aus einer Tiefe von zwei Metern bergen. Er wurde schwer verletzt mit dem Helikopter ins Inselspital nach Bern geflogen, wo er am Samstagabend starb.

Toter bei weiterer Lawine in den italienischen Alpen

In den italienischen Alpen ist unterdessen erneut eine Lawine abgegangen und hat Skifahrer verschüttet. Ein Mensch sei bei dem Unglück in den Dolomiten am Sonntag ums Leben gekommen, sagte ein Sprecher der italienischen Bergwacht. Drei weitere wurden gerettet. Die Lawine hatte sich in der Nähe der Tuckett-Hütte in der Brenta-Gebirgsgruppe gelöst. Woher die Menschen kamen, war zunächst unklar. Die Gegend ist bei Skibergsteigern und Kletterern beliebt.

Suche nach Vermissten im Südtiroler Schnalstal abgeschlossen

Erst am Samstag waren in Südtirol drei Deutsche von einer Lawine auf einer Piste getötet worden. Nach dem Lawinenunglück im Schnalstal werden nach Angaben der Bergwacht nun keine Menschen mehr vermisst. Die Suche nach möglichen Verschütteten werde daher nicht fortgesetzt, sagte ein Sprecher der Bergwacht der Deutschen Presse-Agentur.

Lawine tötet Frau und zwei Kinder

Die Lawine war am Samstag über einer Piste abgegangen und hatte eine Frau und zwei Kinder auf der Abfahrt getötet. Bei den Opfern handelt es sich um Deutsche, wie ein Sprecher der Carabinieri in Bozen mitteilte. Eine 25-jährige Frau und eines der Mädchen stammen aus Hauteroda in Thüringen, das andere Mädchen aus Eschweiler in Nordrhein-Westfalen.

Ein elfjähriger Junge und sein Vater, die ebenfalls aus Eschweiler stammen, wurden bei dem Lawinenabgang verletzt. Beide schwebten aber nicht in Lebensgefahr. Drei Hubschrauber, darunter einer aus dem nahegelegenen Österreich, suchten nach weiteren Verschütteten.

Verkehrsminister Andreas Scheuer zufällig auch vor Ort

In der Nähe des Unglücksorts hatte sich laut "Bild" auch Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) aufgehalten. Der Minister soll noch am frühen Abend Angehörige der Opfer aufgesucht und kondoliert haben, da diese in einem Hotel in der Nähe von Scheuer untergebracht seien. Die Hinterbliebenen würden vor Ort psychologisch betreut.

Der Minister soll sich sofort darum gekümmert haben, dass notwendige Informationen so schnell wie möglich an das Lagezentrum in Berlin und das Generalkonsulat in Mailand weitergeleitet werden. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel, die selbst in den vergangenen Jahren oft Urlaub in dieser Region gemacht hat, ließ sich laut "Bild" direkt von vor Ort informieren.

Ursache für Lawinenabgang noch ungeklärt

Unklar ist, wieso das Schneebrett über eine gesicherte Abfahrt rauschen konnte. Die Staatsanwaltschaft Bozen sei am Sonntag zu einer Besichtigung des Unglücksortes im Schnalstal, so die Bergwacht. Die Behörde muss unter anderem ermitteln, wie es zu dem Unglück kommen konnte und wie die Lawine ausgelöst wurde.