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Ein längerer Lockdown scheint sicher. Doch was bedeutet das für die Schulen? Heinz-Peter Meidinger vom Deutschen Lehrerverband kritisiert die Politik. Sie habe verschlafen.

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Deutscher Lehrerverband: "Politik hat viel Zeit verschlafen"

In einer Woche enden die Schulferien. Wie es danach mit dem Unterricht weitergeht, ist im Moment unklar. Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbands, spricht von einem Spagat zwischen Gesundheitsschutz und Bildungsauftrag.

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Von
  • Christoph Peerenboom

Kurz vor der Konferenz der Kultusminister erklärte der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, im Interview mit der Bayern 2-radioWelt, dass eine Öffnung der Schulen nach den Weihnachtsferien nicht vertretbar sei:

"Es ist allen klar, dass bei dem jetzigen Infektionsgeschehen eine vollständige Öffnung der Schulen nicht verantwortbar wäre." Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes

In den Schulen, so Meidinger, müsse verstärkt auf Abstand geachtet werden. Wechselunterricht sei das Maximale, was aktuell möglich sei. Für Grundschulen und Abschlussklassen sei das ein denkbares Modell. Bei älteren Schülern müsse es beim Distanzunterricht bleiben.

Nachholbedarf bei Digitalisierung des Unterrichts

Hinsichtlich der technischen Ausrüstung der Schulen kritisiert Meidinger die Politik. "In der Tat hat die Politik viel Zeit verschlafen, nicht so gehandelt, wie es notwendig gewesen wäre nach dem Lockdown im März." Man sei mittlerweile etwas besser aufgestellt. Es gebe mehr Leihgeräte für die Schüler, die Lernplattform funktioniere etwas besser, viele Lehrer hätten sich digital fortgebildet, "aber es hakt natürlich noch. Mebis ist zusammengebrochen wieder mal. An der Hälfte der Schulen haben wir kein schnelles WLAN."

Heinz-Peter Meidinger, der im niederbayerischen Landkreis Rottal-Inn wohnt, fordert deshalb einen "Masterplan", um die vorhandenen Defizite auszugleichen.

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Bildrechte: Matthias Balk/dpa-Bildfunk

In einer Woche enden die Schulferien. Wie es danach mit dem Unterricht weitergeht, ist im Moment unklar. Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbands, spricht von einem Spagat zwischen Gesundheitsschutz und Bildungsauftrag.

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