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Bildrechte: dpa-Bildfunk/Michael Kappeler

Angreifer haben im westafrikanischen Mali eine Patrouille der UN-Truppe Minusma attackiert. Dabei wurden mehrere von ihnen verletzt - darunter auch mindestens 12 deutsche Soldaten. Sie sollen aber alle in einem stabilen Zustand sein.

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Deutsche Soldaten bei Anschlag in Mali schwer verletzt

Angreifer haben im westafrikanischen Mali eine Patrouille der UN-Truppe Minusma attackiert. Dabei wurden mehrere von ihnen verletzt - darunter auch mindestens 12 deutsche Soldaten. Sie sollen aber alle in einem stabilen Zustand sein.

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  • BR24 Redaktion

Bei einer Patrouillenfahrt sind in Mali offenbar mindestens zwölf Bundeswehrsoldaten verletzt worden. Ursprünglich hieß es auch einmal, dass 15 Soldaten aus Deutschland verletzt wurden. Mittlerweile scheint aber festzustehen, dass mindestens auch ein Soldat einer anderen Nation betroffen ist, wie das Einsatzführungskommando die Obleute im Verteidigungsausschuss informierte. Bei dem Bombenanschlag hat es sich demnach um einen Selbstmordanschlag gehandelt.

Mehrere Hubschrauber mussten Verletzte in Sicherheit bringen

Nach dpa-Informationen erfolgte der Angriff am Morgen gegen 06.30 Uhr Ortszeit und richtete sich gegen die stehenden Fahrzeuge. Wegen der großen Zahl der Verletzten mussten auch ein französischer Militärhubschrauber und ein Helikopter der Vereinten Nationen zum Rettungseinsatz kommen. Zudem war der Rettungshubschraubers eines zivilen Vertragspartners im Einsatz. Aus deutschen Militärkreisen hieß es, es werde ein Evakuierungsflug vorbereitet. Die Verletzten seien in einem stabilen Zustand.

Der Angriff erfolgte etwa 155 Kilometer nördlich von Gao, wo Bundeswehrsoldaten im Camp Castor stationiert sind. Insgesamt sind über 1.000 deutsche Soldaten in Mali stationiert. Der größte Teil gehört zur UN-Truppe Minusma, die helfen soll das Land zu stabilisieren und zu der Soldaten aus mehr als 60 Länder entsandt sind.

Minusma bestätigt Anschlag auf Soldaten

Die Minusma bestätigte, dass bei einem Autobomben-Anschlag 15 Soldaten verletzt worden seien. Zu ihrer Nationalität äußerte sie sich aber nicht. Die Soldaten seien am Vormittag in einer provisorischen Einsatzbasis in der Ortschaft Tarkint in der Region Gao "zum Ziel eines Anschlags" geworden, hieß es in einer Twitter-Botschaft der Minusma.

Erst am Montag waren sechs Soldaten der französischen Anti-Terror-Einheit Barkhane bei einem Bombenanschlag verletzt worden. Bei dem Attentat nahe der zentralmalischen Stadt Gossi waren auch vier Zivilisten verletzt worden.

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In Mali in Westafrika ist heute das passiert, wovor Familien und Freunde von Bundeswehrsoldaten Angst haben. Es gab einen schweren Anschlag auf eine Blauhelm-Patrouille. Offenbar sprengte sich ein Selbstmordattentäter in die Luft.

Lage in Mali schon länger instabil

Die politische Situation in Mali ist seit 2012 von zunehmender Instabilität geprägt. Die meist islamistisch motivierte Gewalt hat in den vergangenen Jahren auch die benachbarten Länder in der Sahel-Zone erreicht. Tausende Soldaten und Zivilisten wurden in der Krisenregion getötet, Hunderttausende mussten aus ihrer Heimat fliehen.

2013 schlug ein massiver französischer Militäreinsatz den Vormarsch von Islamisten auf die Hauptstadt Bamako zurück. Zuletzt gab es zwei Militärputsche in dem Land.

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Prof. Carlo Masala von der Bundeswehr Hochschule in München zum Anschlag in Mali und dem Einsatz der Bundeswehr dort.

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