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Journalistin Mesale Tolu kommt frei - unter Auflagen | BR24

© Bayerischer Rundfunk

Mesale Tolu mit ihrem Sohn

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    Journalistin Mesale Tolu kommt frei - unter Auflagen

    Freiheit nach sieben Monaten hinter Gittern: Die deutsche Journalistin und Übersetzerin Mesale Tolu wird aus der Untersuchungshaft in der Türkei entlassen. Sie darf aber das Land nicht verlassen, entschied ein Gericht in Istanbul.

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    Das Gericht ordnete zwar die Freilassung von Tolu und fünf weiteren inhaftierten Angeklagten an, verhängte jedoch ein Ausreiseverbot. Tolu muss sich zudem jeden Montag bei den Behörden melden.

    Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft die Entlassung aus der Untersuchungshaft beantragt. Tolus ebenfalls inhaftierter Ehemann, Suat Corlu, war Ende November freigelassen worden.

    Die Journalistin, die seit mehr als sieben Monaten im Gefängnis sitzt, hat im Prozess gegen sie und 17 weitere Angeklagte die Vorwürfe der Mitgliedschaft in einer Terrororganisation und der Verbreitung "terroristischer Propaganda" zurückgewiesen und ihre Freilassung gefordert. Die 33-Jährige war am 30. April bei einer Razzia in ihrer Wohnung festgenommen worden.

    Eine politische Gefangene

    Zuletzt hatte die aus Neu-Ulm kommende Journalistin für die linke Nachrichtenagentur "Etkin News Agency" (Etha) gearbeitet. Tolu hat türkische Wurzeln, besitzt seit 2007 allerdings nur noch die deutsche Staatsangehörigkeit. Sie ist eine von mindestens neun Deutschen, die aus politischen Gründen in der Türkei inhaftiert sind und deren Freilassung die Bundesregierung forderte. Namentlich bekannt aus dieser Gruppe ist neben Tolu nur der "Welt"-Korrespondent Deniz Yücel, der seit Februar ohne Anklage in U-Haft sitzt. 

    Zuletzt war am 26. Oktober der deutsche Menschenrechtler Peter Steudtner aus der U-Haft entlassen worden, was als Zeichen der Entspannung im belasteten deutsch-türkischen Verhältnis gewertet worden war. Steudtner war am Tag darauf nach Berlin ausgereist. Sein Verfahren in Istanbul wird aber fortgesetzt.