BR24 Logo
BR24 Logo
Deutschland & Welt

Deutsche Bahn: Zwölf Milliarden für neue Züge | BR24

© dpa-Bildfunk/Christoph Soeder

Symbolbild ICE

2
Per Mail sharen
Teilen

    Deutsche Bahn: Zwölf Milliarden für neue Züge

    Mehr als zwölf Milliarden Euro will die Deutsche Bahn in den nächsten Jahren für neue Züge ausgeben. Das bedeutet, dass zwischen größeren Städten die Bahn häufiger verkehrt. Auch der Regionalverkehr soll aufgewertet werden.

    2
    Per Mail sharen
    Teilen

    Wer zwischen den größeren Städten mit dem ICE pendelt, soll zukünftig nicht lange auf den nächsten Zug warten müssen. In den kommenden Jahren investiert die Bahn, etwa in die Strecke Hamburg und Berlin. In zwei Jahren, so der Plan, fahren auf dieser Strecke Fernzüge im 30-Minuten-Takt.

    Entwicklung zur "metropolenverbindenden S-Bahn"

    Aber auch Stuttgart und München sowie Stuttgart und Frankfurt sollen ab Ende 2025 halbstündig verbunden werden, wenn die Neubaustrecke Wendlingen-Ulm und der neue Stuttgarter Bahnhof fertiggestellt sind. Ebenso ist vorgesehen, dass zwischen Frankfurt und Köln sowie zwischen Frankfurt und Hamburg mehr Züge verkehren. Zwischen München und Berlin werden bereits seit Ende 2018 zusätzliche Fahrten und täglich weitere 3.000 Sitzplätze angeboten.

    "Am Ende bedeutet das, dass wir den Fernverkehr ausbauen wollen zu einer metropolenverbindenden S-Bahn", sagt Berthold Huber, der Bahn-Vorstand für Personenverkehr.

    "Die Metropolen und der Verkehr zwischen den Metropolen werden weiter wachsen." Berthold Huber

    Bahn-Vorstand Huber zufolge sind auf der Neubaustrecke Berlin-München auch in diesem Jahr die Fahrgastzahlen um 14 Prozent gestiegen. Seit Sonntag schickt die Bahn dort nochmals zusätzliche Züge aufs Gleis.

    Investitionen nicht nur im Fernverkehr

    Um diese Neuerungen zu ermöglichen, investiert die Deutsche Bahn nach eigenen Angaben in den kommenden Jahren mehr als zwölf Milliarden Euro in neue Züge, allein 8,5 Milliarden bis 2026 für den Fernverkehr. Der größte Posten entfällt jedoch auf eine neue Flotte an ICE4-Zügen, von dem seit 2017 schon 39 ausgeliefert wurden - im Jahr 2025 sollen es 137 sein. Hinzu kommen 23 neue Eurocity-Züge und 86 Doppelstock-Intercitys, von denen schon 44 fahren. Außerdem schreibt die Bahn in Kürze den Auftrag für weitere 30 weitere Hochgeschwindigkeitszüge aus, die in drei Jahren aufs Netz kommen sollen.

    Aber auch für die Modernisierung der Flotte im Regionalverkehr plant der Konzern größere Investitionen. In die Flotten der fünf größten S-Bahnen Deutschlands sollen nach DB-Angaben rund 2,7 Milliarden für neues Design und die Anschaffung neuer Fahrzeuge fließen. Hinzu kommt eine weitere rund eine Milliarde Euro an Investitionen in die Flotten von DB Regio.

    Die Finanzierung will die Bahn unter anderem auch durch die geplante Mehrwertsteuersenkung für Fernzugtickets stemmen. Der Konzern rechnet mit fünf Millionen zusätzlichen Fahrgästen, den die billigeren Fahrkarten bringen könnten. Diese Mehreinnahmen finanzieren die 30 zusätzlichen Schnellzüge, die weitere sechs Millionen neuer Fahrgäste bringen, so Hubers Erwartung.

    Günstigere Tickets für Vielfahrer in München

    Doch nicht nur Fernzugtickets, sondern auch Monats-Abos für den Nahverkehr in München werden ab Januar günstiger: Beim MVV ist die seit vier Jahren geplante Tarif- und Strukturreform in Kraft getreten. So gibt es jetzt eine große München-Zone - statt vieler Ringe - die sich deutlich über das Stadtgebiet hinaus erstreckt. Davon profitieren vor allem Vielfahrer und Pendler.

    Bahn: Brauchen mehr Doppelstöcker im Fernverkehr

    Im Fernverkehr ist zudem ein neues Zug-Modell geplant: Der ICE3, seit dem Jahr 2000 fährt, könnte nach dem Willen der Konzernzentrale in acht oder neun Jahren durch einen Nachfolger abgelöst werden. Dieser neue Zug könnte bis zu 330 km/h schnell sein und möglicherweise zwei Stockwerke haben. Denn die Bahn ist überzeugt, dass sie deutlich mehr Fahrgäste befördern könnte, wenn das Netz es nur hergebe, meint Huber.

    Manche Gleisabschnitte sind echte Staufallen für Züge, etwa zwischen Köln und Dortmund oder um Hamburg. Seit 2015 sei die Auslastung der Fernzüge von durchschnittlich 43 auf 56 Prozent gestiegen. Hubers Überlegung: Wüchse die Bahn mit weiteren Doppelstöckern nun auch in der höchsten Zugklasse in die Höhe, würde das Probleme zumindest nicht verschärft.

    Kipping fordert kostenfreie Bahncard für alle

    Auch die Klimaziele spielen in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle: Um sie zu erreichen, stockt auch der Bund das Eigenkapital der Bahn auf. Zudem sollen beispielsweise stillgelegte Strecken reaktiviert werden. Attraktive Verbindungen zwischen den Metropolen sowie leistungsstarke Mobilität in den deutschen Städten und auf dem Land seien "tragende Säulen der Verkehrswende", sagt Huber.

    Linkspartei-Chefin Katja Kipping forderte unterdessen als Klimaschutz-Maßnahme eine kostenfreie Bahncard 50 für alle Bürger. Die Bahncard ermöglicht für einen bestimmten Festpreis im Jahr eine Vergünstigung auf Fahrten innerhalb Deutschlands: 50 Prozent Rabatt auf die sogenannten Flexpreise und 25 Prozent auf die Super-Spar und Sparpreise.

    Anstelle der Subventionierung von Elektroautos solle es lieber diese Bahncard kostenlos für alle geben, sagte sie der "Rheinischen Post" aus Düsseldorf. E-Autos könnten sich nur Menschen leisten, die mehr als 30.000 Euro für einen Wagen übrig hätten, so Kipping. Zudem solle es mehr Platz für Fahrräder in den Wägen sowie eigene Abteile mit Arbeitsplätzen für Berufspendler geben. Das würde dem Klimaschutz laut Kipping ebenfalls zu Gute kommen.