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Zwei China-Rückkehrer mit Coronavirus infiziert | BR24

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Die Zahl der Corona-Fälle in Bayern liegt inzwischen bei acht. Die Patienten sind gesundheitlich stabil, wie es heute hieß. Unterdessen brachte eine Bundeswehrmaschine 124 Menschen aus China zurück - und landete am Nachmittag in Frankfurt.

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Zwei China-Rückkehrer mit Coronavirus infiziert

Zwei der mit dem Bundeswehrflugzeug zurückgekehrten Passagiere aus China haben sich mit dem Coronavirus infiziert. An Bord des am Samstag gelandeten Fliegers waren 124 Menschen, die aus Wuhan ausgeflogen wurden.

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Zwei der am Samstag aus Wuhan nach Deutschland zurückgekehrten Deutschen wurden positiv auf das Coronavirus getestet. Die beiden wurden von der Südpfalz-Kaserne in Germersheim, in der sie unter Quarantäne standen, in die Uniklinik Frankfurt gebracht, wie die Luftwaffe, das Deutsche Rote Kreuz und die Stadt Germersheim mitteilten. Für die ehrenamtlichen Helfer und die Bevölkerung bestehe "kein Grund zur Sorge".

Rückkehrer unter Quarantäne in Germersheim

Am Samstagnachmittag war eine Bundeswehrmaschine mit 100 Bundes- sowie 24 weiteren Staatsbürgern an Bord auf dem Frankfurter Flughafen gelandet. Unter den Heimkehrern sind auch mehr als 20 Kinder.

Gestartet war der Airbus A310 der Luftwaffe um 02.22 Uhr MEZ (09.22 Uhr Ortszeit) vom Flughafen des schwer von der Lungenkrankheit heimgesuchten Wuhan in Zentralchina, wie das Einsatzführungskommando berichtete.

Elf Passagiere in Uniklinik gebracht

Außenminister Heiko Maas (SPD) hatte erklärt, dass andere Regierungen Deutschland darum gebeten habe, ihre Bürger mit ausfliegen zu lassen. So waren alle Plätze der Bundeswehr-Maschine belegt. Alle Passagiere seien "symptomfrei in den Flieger gestiegen", so Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU).

Nach der Ankunft am Frankfurter Flughafen wurden die Passagiere von Medizinern begutachtet. Elf seien direkt in die Uniklinik gebracht worden, sagte Hessens Sozialminister Kai Klose (Grüne) am Abend. Bei einem Patienten konnte eine Infektion mit dem Coronavirus nicht ausgeschlossen werden, der Verdacht bestätigte sich aber nicht. Die zehn übrigen Patienten wiesen medizinische Beschwerden auf, die nicht "mit Corona oder ähnlichen Erkrankungen" in Verbindung stünden.

Zur Sicherheit: Zwei Wochen Quarantäne

Um auf Nummer sicher zu gehen, wurden die gesunden Passagiere nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums für die Inkubationszeit von 14 Tagen in eine Ausbildungskaserne auf dem Luftwaffenstützpunkt Germersheim in Rheinland-Pfalz gebracht. Dort stehen sie jetzt unter Quarantäne. Die Kaserne liegt etwa 100 Kilometer vom Frankfurter Flughafen entfernt liegt. Sie wurde 2018 fertiggestellt und das Gebäude war bislang unbewohnt.

Die Betreuung übernehmen 27 Freiwillige des DRK, erklärte Michael Sieland vom Deutschen Roten Kreuz. "Wir wollen die Menschen beschäftigen, die wohl froh und erleichtert über die Rückkehr sind." Für die etwa zwei Dutzend Kinder liegt Spielzeug bereit.

Um im Fall einer Erkrankung nicht die Quarantäne aller Einquartierten verlängern zu müssen, arbeiten die Helfer mit einem System: "Die Menschen werden in vier Gruppen eingeteilt. Wenn Merkmale einer Erkrankung auftauchen, muss nur die betroffene Gruppe bleiben - drei Gruppen können aber heimgehen", erklärte Landrat Fritz Brechtel (CDU) aus Germersheim.

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Am Nachmittag werden die deutschen Wuhan-Rückkehrer erwartet. Damit niemand von ihnen unerkannt das Coronavirus einschleppt, müssen sie zwei Wochen in der Südpfalz-Kaserne in Quarantäne. Dort hätten die Zimmer "Hotelstandard".

Die Teilnahme an dem Rückholflug war für die Passagiere freiwillig. Die überwiegenden Kosten des Flugs wird die Bundesregierung tragen, die Passagiere werden sich allerdings finanziell beteiligen müssen.

Verzögerung durch verhinderte Zwischenlandung

Für den Rückflug war geplant gewesen, dass das Flugzeug in Moskau zwischenlandet, um aufzutanken und die Crew auszutauschen. Doch Moskau verweigerte unerwartet die Landung, sodass der Airbus in Helsinki tanken musste - und später als geplant in Frankfurt am Main landen konnte. Laut Bundeswehr wurde die Entscheidung des Moskauer Flughafens mit mangelnden Kapazitäten begründet. Der Vorfall wird als "diplomatischer Zwist" gewertet. Das Verteidigungsministerium wolle mit dem Auswärtigen Amt klären, was mögliche weitere Gründe seien.

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