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Deutsch-israelische Delegation besucht KZ-Gedenkstätte Dachau | BR24

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Zum Gedenken an das Olympiaattentat hat eine deutsch-israelische Formation den Fliegerhorst Fürstenfeldbruck überflogen. Dort scheiterte 1972 nach dem Attentat arabischer Terroristen der Befreiungsversuch der israelischen Olympiamannschaft.

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Deutsch-israelische Delegation besucht KZ-Gedenkstätte Dachau

Die deutsche und israelische Luftwaffe haben eine zweiwöchige Übung gestartet. Heute stand das Gedenken im Vordergrund – Jets flogen über die KZ-Gedenkstätte Dachau, eine Delegation besuchte sie. Auch der Opfer des Olympiaattentats 1972 wird gedacht.

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Von
  • Benedikt Nabben
  • Markus Rosch

Der wohl bekannteste Überlebende des Konzentrationslagers Dachau, der Schriftsteller Max Mannheimer, hätte in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag gefeiert. Er starb jedoch vor vier Jahren. Zeit seines Lebens war Mannheimer eine der wichtigsten Stimmen, die den nachfolgenden Generationen von den Gräueltaten des Holocausts erzählte und sich gleichzeitig für die Versöhnung zwischen Deutschen und Juden einsetzte.

Botschafter und Verteidigungsministerin vor Ort

Heute Nachmittag wurde ein Zeichen der Versöhnung, aber auch des Gedenkens in Dachau gesetzt. Deutsche und israelische Soldatinnen und Soldaten besuchten die KZ-Gedenkstätte und gedachten der Opfer des Holocausts. Als Teil der Delegation nahmen auch der israelische Botschafter Jeremy Issacharoff und Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer an der Gedenkfeier teil, beide legten Kränze nieder.

"Es ist ein bewegender Moment für beide Delegationen. Heute stehen hier israelische und deutsche Soldaten Seite an Seite. Lasst uns an die schmerzhafte Geschichte erinnern – für eine bessere Zukunft." Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer
"In den vergangenen drei Jahren ist die strategische Partnerschaft zwischen Deutschland und Israel immer stärker geworden." Botschafter Jeremy Issacharoff

Bewegender Moment mit israelischen Soldaten

Für einen bewegenden Moment sorgte ein junger Soldat aus Israel, dessen Großvater in Dachau bis 1945 gefangen gehalten wurde. Dieser hatte seine gesamte Familie durch den Holocaust verloren und schließlich in Israel ein neues Leben begonnen.

"Dass ich heute hier bin, sehe ich als Ehre und in Gedenken an meinen Großvater, der Dachau überlebt hat und an meinen Vater, einen Kommandeur der israelischen Luftwaffe", sagt er. Heute fliegt der junge Soldat selbst eines der Flugzeuge, die an der Militärübung teilnehmen.

Auch der zwischenzeitlich strömende Regen konnte dem Gedenken nichts anhaben. "Wir haben 75 Jahre gewartet, da können wir auch fünf weitere Minuten warten", sagte der israelische Luftwaffenchef. Zum Ende der Veranstaltung gab es ein gemeinsames jüdisches Gebet.

Gedenken an das Olympia-Attentat

Bereits am Vormittag flog eine Kampfjetformation beider Luftwaffen über den ehemaligen Fliegerhorst Fürstenfeldbruck. Damit wurde der Opfer des Olympiaattentates gedacht. Elf israelische Geiseln wurden 1972 ermordet, außerdem starb ein Polizist. Am Abend findet eine weitere Gedenkveranstaltung direkt im Olympischen Dorf statt; die deutsch-israelische Delegation trifft sich hier für ein "stilles Gedenken".

Wichtige Militärübung

Die historische Militärübung "Blue-Wings-2020" mit knapp 200 israelischen Soldatinnen und Soldaten hat am Montag begonnen. Strategisch ist die Übung von besonderer Bedeutung, da Israel kein NATO-Mitglied ist. In der ersten Woche der Übung geht es um die rein israelisch-deutsche Zusammenarbeit, in der Folgewoche werden die Isralis in eine NATO-Übung eingebunden.

Stationiert sind die israelischen Soldatinnen und Soldaten am Fliegerhorst Nörvenich bei Köln. Sie nehmen mit sechs F-16-Jets, zwei Tankflugzeugen sowie zwei Passagiermaschinen an der Übung teil.

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