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"Patienten brauchen mehr Datenschutz!" | BR24

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Prof. Michael Backes, Zentrum für IT-Sicherheit, Saarbrücken

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"Patienten brauchen mehr Datenschutz!"

Die Sammlungen von Patientendaten bieten Chancen bei der Diagnose seltener Krankheiten oder bei der Prognose für ein gesundes Altern. Wie anonym diese Daten wirklich bleiben, sagt der IT-Sicherheitsexperte Prof. Michael Backes im Notizbuch.

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Das allgemein zugängliche Gesundheitswissen verdoppelt sich alle fünf Jahre. Das eröffnet Chancen für Patienten - zum Beispiel, wenn nicht klar ist, woran sie leiden.

"Es gibt über 8.000 seltene Krankheiten. Kein Arzt kennt sie alle". Prof. Jürgen Schäfer vom "Zentrum für Seltene Krankheiten" in Marburg

Hier helfen Gesundheitsdatenbanken mit vielen Patientenfällen - Big Data. Kombiniert man die Symptome des einzelnen Patienten mit dem Pool, erhält der Arzt Vorschläge, an welcher Krankheit der Patient leiden könnte. Große Hoffnungen wecken Datenbanken auch für die Krebs- oder die Aids-Therapie. Mit Hilfe großer Samples lassen sich passgenau wirksame Therapien finden.

Datenschutz wird schwieriger

Immer mehr Daten von Patienten werden in digitaler Form gesammelt und gespeichert: Krankenakten, Röntgenbilder, Genom-Sequenzen, Laborwerte. Dazu geben Patienten auch selbst Daten über sich preis - durch Internet-Recherchen, in Gesundheits-Foren oder durch Gesundheits-Apps. Wie anonym bleiben da die Daten?
"Die alten Konzepte der Anonymisierung funktionieren nicht mehr. Wenn ich mehrere Datenbanken und Informationen habe, die alle für sich unkritisch sind, und sie übereinander lege, lässt sich ein Mensch quasi profilieren." Prof. Michael Backes vom Zentrum für IT-Sicherheit und Datenschutz, Saarbrücken

Gesellschaftliche Debatte nötig

IT- und Gesundheitsexperten fordern daher eine gesellschaftliche Debatte über Big Data: Wer hat Zugang zu den Daten? Wo werden sie gespeichert? Wie werden sie gesichert? Denn Realität sind große Samples von Daten im Gesundheitswesen schon längst.